Vandenborre Bacchus Tarot - Flämisches Tarot Kommentar zu diesem Tarot
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F.I. Vandenborre (Hersg.), Reproduktion Home       Impressum
Verlag und Copyright ©:  Verlag Königsfurt-Urania
Dieses Tarot gilt als vergriffen.
Abbildungen mit Genehmigung des Verlages.

Das Vandenborre Bacchus Tarot ist eine Reproduktion des historischen Flämischen Tarots, der 1775 von dem flämischen Kartenmacher F.I. Vandenborre geschaffen wurde. Die Reproduktion stammt aus dem Jahre 1983. Die Karten wirken in der Tat wie Karten aus längst vergangenen Zeiten. Die einzelnen Karten sind aus Karton. Nur die Rückseite hat einen leichten Überzug. Die Vorderseite besteht aus Karton "pur". Die Karten haben die Größe normaler Tarotkarten. Die Ecken sind jedoch nicht abgerundet, wie das bei heutigen Karten üblich ist. 

Das Vandenborre Bacchus Tarot zählt zu den als "Cartes de Suisses" (Schweizer Karten) bekannten Decks. Wegen der hohen Steuern mit denen die Spielkarten-Produktion in Frankreich belegt war, wanderten im 17. Jahrhundert einige Kartenhersteller aus Lyon in die Schweiz aus. Die Karten, die sie von nun an in der Schweiz herstellten, unterschieden sich etwas von den sonst üblichen und wurden daher bald mit dem Namen "Cartes de Suisses" bezeichnet. Als dann Kartenhersteller aus dem flämischen Teil des heutigen Belgien (damals noch ein Teil der Niederlande unter Österreichischer Herrschaft) anfingen, Tarot-Decks herzustellen, nannten sie diese ebenfalls "Cartes de Suisses".

Das Vandenborre Bacchus Tarot, welches auch als Flämisches Tarot bezeichnet wird, ist an das Tarot de Marseille angelehnt. Die Kartendarstellungen unterscheiden sich aber teilweise von denen des Tarot de Marseille. So zeigt beispielsweise die Karte des Hohenpriesters den Gott Bacchus. Dieser Kartendarstellung verdankt dieses Tarot seinen Beinamen "Bacchus Tarot". Die Karte der Hohenpriesterin zeigt einen gewissen spanischen Kapitän Fracasse. Auf der Karte des Teufels ist ein Ungeheuer mit vielen Köpfen und Augen zu sehen. Der Gehängte hängt aufrecht. Der Turm ist ein Baum, in den mehrere Blitze aus einer Sonne heraus hineinfahren. Die Karte des Mondes zeigt eine ältere Frau unter einem Baum, auf die der Mond herabzusehen scheint. Es sieht so aus, als würde die Frau Garn spinnen.

Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana sind ganz im Stil des Tarot de Marseille gehalten. Das kleine Begleitheft ist in englischer Sprache verfasst und recht brauchbar. Das Deck scheint nicht mehr aufgelegt zu werden. Diejenigen Exemplare, die man hin und wieder noch mal im Handel sieht, sind vermutlich Restbestände.


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