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Zwischen Himmel und Erde
Die Quintessenz aus Esoterik,
Astrologie und Tarot Autor: Hajo Banzhaf Das Vermächtnis
Als Vermächtnis war dieses Buch eigentlich gar nicht gedacht. "Zwischen Himmel und
Erde" sollte aus Anlass von Hajo Banzhaf's 60. Geburtstag am 15. Mai 2009 erscheinen.
Die Idee zu diesem Buch stammte nicht einmal von Hajo selbst, sondern von seinem
Freund und Kollegen Johannes Fiebig, von dem auch der Vorschlag zum Titel kam. Hajo Banzhaf
war von dieser Idee begeistert.
"Die Gelegenheit, all die Themen, die mir am Herzen liegen, die aber für sich allein
genommen kein Buch füllen, in einer schönen Sammlung vorzustellen, fand ich wunderbar."
sagt er in seinem Vorwort, welches die Datierung "Februar 2009" aufweist. Erst zwei Tage
vor seinem Tod hatte Hajo das Manuskript fertig gestellt. Am 11. Februar 2009 verstarb
Hajo Banzhaf dann völlig unerwartet nach einer Operation. Und so wurde das Buch, welches
als Quintessenz seines Lebenswerkes gedacht war, auch gleichzeitig sein Vermächtnis.
Das Wort "Quintessenz" ist aus dem lateinischen "quinta essentia" abgeleitet, was soviel
bedeutet, wie "das fünfte Seiende". Der Begriff wurde in der Antike von den Pythagoräern
geschaffen. Sie bezeichneten damit dasjenige Element, aus dem die vier klassischen Elemente
Feuer, Wasser, Luft und Erde hervorgegangen sind. Die Quintessenz, das geheimnisvolle
fünfte Element, ist demnach das Urelement, ohne das es die anderen vier Elemente gar nicht
gäbe. Es ist das wichtigste Element und so bedeutet denn auch "Quintessenz" im heutigen
Sprachgebrauch das Wichtigste, das Wesentliche einer Sache. Der Untertitel des Buches besagt
demnach, dass es das Wesentliche aus Esoterik, Astrologie und Tarot enthält. Das ist
natürlich ein ziemlich hoher Anspruch.
Das Buch ist keine leichte Kost. Wer sich ein paar Patentrezepte von Deutschlands
berühmtem Tarot-Meister, gewürzt mit heilsversprechenden Phrasen und passend zu
esoterischen Modeerscheinungen aufgemachten Spekulationen erhofft, ist hier falsch. Wer
aber schon einmal einen Vortrag von Hajo Banzhaf gehört hat, der weiß, was ihn erwartet.
Die Themen dieses Buches wurden von Hajo bereits in verschiedenen Vorträgen und Artikeln
behandelt. Hier jedoch finden sie sich zum ersten Mal in einem Buch zusammengefasst. Diese
Zusammenfassung fördert gleichzeitig einen subtilen Zusammenhang zutage, der sich in
Einzelfassungen nicht erkennen lässt. Dabei muss man sich beim Lesen gar nicht an die
vorgegebene Reihenfolge halten. Die Beiträge als solche sind in sich abgeschlossen, so dass
man sich getrost die Themen heraussuchen und zuerst lesen kann, die einen besonders
interessieren. Das Gefühl eines subitlen roten Fadens, der das ganze Buch durchzieht und es
letztendlich doch zu mehr macht, als nur zu einer Sammlung von Vorträgen und Artikeln
stellt sich ein, egal an welcher Stelle man mit dem Lesen beginnt. Es sind Hajo Banzhafs
jahrzehntelange Beschäftigung mit Esoterik im allgemeinen und Astrologie und Tarot im
Besonderen und die daraus resultierenden Erkenntnisse, welche diesen roten Faden bilden.
Meiner persönlichen Meinung nach ist das Kapitel über "Die Entwicklung des menschlichen
Bewusstseins im Laufe der Weltzeitalter" der zentrale Beitrag des Buches. Wohlgemerkt:
ich halte es für den zentralen Beitrag, nicht aber für den besten, denn eine Wertzuweisung
im Sinne von "gut", "sehr gut" oder "weniger gut" der einzelnen Beiträge lässt sich nicht
machen. Sie sind alle glänzend geschrieben und zeigen einmal mehr den außergewöhnlichen
esoterischen Forscher und Philosophen, der in der Lage war, komplexe Zusammenhänge
zu verstehen und in gut verständlicher Weise darzulegen, wobei auch Spannung und Humor
nicht zu kurz kommen.
Den größten Teil des Buches nimmt das Thema Esoterik allgemein ein, wobei aber immer wieder
auch auf Tarot und Astrologie Bezug genommen wird. So finden wir z.B. in dem Beitrag zum
Thema Geld eine Bezugnahme auf die Karten der Münzen und das Kapitel "Die Türme der
anderen" beleuchtet ausführlich und sehr aufschlußreich die Bedeutung der Karte des Turms,
insbesondere auch in Bezug auf unser manchmal allzu menschliches Verhalten, wenn es um die
Fehler der anderen geht.
"Aufschlußreich" kann übrigens auch als Schlüsselwort für das gesamte Buch gelten. Es
ist in der Tat reich an Aufschlüssen. Das gilt auch für die Themen Astrologie und Tarot,
die sich jeweils mit mehreren Beiträgen an das Thema Esoterik im allgemeinen anschließen.
Hier finden wir keine Erklärungen im Sinne eines normalen Lehrbuches, sondern weitaus mehr
im Sinne von Erkenntnissen, die den Weg zum Verstehen öffnen. Aufschlußreich eben.
Doch das Buch ist nicht nur lesens- sondern auch sehenswert. Das liegt an der Auswahl der
Bilder, welche die verschiedenen Beiträge begleiten und die sehr sorgfältig gewählt wurden.
Beispielsweise wird das bereits erwähnte Kapitel über die Entwicklung des menschlichen
Bewusstseins im Laufe der Weltzeitalter von einem Ausschnitt aus Michelangelos Deckenfresko
der Sixtinischen Kapelle begleitet. Der Ausschnitt wurde aus der Szene der Erschaffung von
Sonne und Mond genommen und zeigt nur das Antlitz Gottes, welches den Leser sehr intensiv
anzuschauen scheint. Ganz besonders beeindruckend sind aber die Collagen und hier vor allen
Dingen diejenigen aus Tarotbildern und Gemälden oder Fotografien. Mein persönlicher Favorit
ist der Engel der Mässigkeit, bei dem es sich um den Erzengel Michael handelt. Er
erscheint an einem nachtblauen Himmel über dem beleuchteten Mont Saint Michel (Berg des
Hl. Michael) in der Normandie. Das Bild findet sich am Anfang des Beitrages über die Engel
in den Großen Arkana. Dieses Kapitel geht auf einen Vortrag zurück, den Hajo auf der
Mitgliederversammlung des von ihm und seiner Frau Brigitte Theler-Banzhaf gegründeten
Ersten Deutschen Tarotverbandes im Juni 2008 gehalten hat.
"Zwischen Himmel und Erde" wird dem Anspruch, eine "Quintessenz aus Esoterik, Astrologie
und Tarot" zu sein, durchaus gerecht und ist gleichzeitig das geworden, was es werden
sollte: eine Quintessenz des Lebenswerkes von Hajo Banzhaf. Leider ist es auch sein letztes
Buch geworden. Es wird keine neuen Bücher mehr von Hajo Banzhaf geben. Umso schöner ist es,
dass dieses letzte Buch so geworden ist, wie es geworden ist. Ein echt starker Abgang.
"Man kann tot sein, lange bevor man stirbt. Und man kann leben, lange nachdem man
gestorben ist."
Johannes Fiebig in seinem Nachruf auf Hajo Banzhaf
"Für Hajo war es ganz wichtig, dass man das Leben bis zum allerletzten Moment sinnvoll
gestaltet, angesichts schwerer Schicksalsschläge oder einem wissentlich nahen Ende nicht
verbittert und vor allem die Hoffnung nie aufgibt."
Sabine Lechleuthner in ihrem Nachwort zum Buch
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