Indianer Tarot Kommentar zu diesem Tarot
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Sergio Tisselli * Laura Tuan Home
Verlag und Copyright ©:  Lo Scarabeo, Italien -  Verlag Königsfurt-Urania
Abbildungen mit Genehmigung des Verlages.
Es macht ganz einfach Freude, die herrlichen Kartenbilder dieses Decks zu betrachten. Das Indianer Tarot basiert auf dem Glauben und der Spiritualität der nordamerikanischen Indianer. Eines ist allen Völkern der amerikanischen Ureinwohner gemeinsam: der Glaube an die beseelte Natur. Hier ist nicht der Mensch die Krone der Schöpfung, sondern alle Lebewesen besitzen eine Seele und existieren gleichberechtigt nebeneinander und miteinander. Alles in der Natur ist ein Ausdruck des Göttlichen. Dieser Geist zieht sich auch durch das gesamte Tarot. Die Karten der Kleinen Arkana tragen zwar die traditionellen Elementbezeichnungen Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen, sind aber auch gleichzeitig bestimmten Aspekten der indianischen Spiritualität zugeordnet. Für die Karten der Stäbe sind das bestimmte Gegenstände, wie der Medizinstab, die Maske, die Trommel oder das Kalumet (heilige Pfeife/Friedenspfeife). Die Kelche werden von den Tieren des indianischen Tierkreises repräsentiert. Die Schwerter sind den Totemtieren zugeordnet und die Münzen der Natur und der Erde.

Auch die Großen Arkana tragen zwar die traditionellen Kartenbezeichnungen, doch jede Karte ist einer Gottheit, bzw. einem Aspekt/Erscheinung der indianischen Religion zugeordnet:

0 - Der Narr - Der Schwindler/Schelm
I - Der Magier - Kokopelli, der Schöpfer
II - Die Hohepriesterin - die Mutter des Mais und des Tabaks
III - Die Herrscherin - Isnati Awicalowan, die weibliche Initiation
IV - Der Herrscher - Inipi, die männliche Initiation
V - Der Hohepriester - Wicasa Wakan, der Medizinmann
VI - Die Liebenden - die Zwillinge, das Prinzip der Erhaltung und der Kontinuität
VII - Der Wagen - der heilige Weg
VIII - Gerechtigkeit - das Totem
IX - Der Eremit - Taikomol, der Wanderer
X - Das Rad - das Medizinrad
XI - Die Kraft - Wakan Tanka, großer Geist der Sioux
XII - Der Gehängte - Wagachun, der zweigesichtige Baum
XIII - Der Tod - der Kalender, Zeitzyklen
XIV - Mäßigkeit - Hunkapi, die Brüderlichkeit
XV - Der Teufel - Wanagi Yuhapi, der Tanz der Geister
XVI - Der Turm - Kachina, Geister der unsichtbaren Lebenskräfte
XVII - Der Stern - der Morgenstern
XVIII - Der Mond - Hamblecha, Visionssuche
XIX - Die Sonne - Wiwanyag Wachipi, der Sonnentanz
XX - Das Gericht - Tirawa und der kosmische Bison
XXI - Die Welt - Ta awi cha lowan, das Ballspiel.

Vor diesem Hintergrund fehlen die traditionellen Tarotdarstellungen natürlich völlig, sowohl bei den Großen, als auch bei den Kleinen Arkana. Außerdem enthält das Deck zwei Zusatzkarten: die himmlischen Eltern (Vater Himmel und Mutter Erde), die als Schutzkarten gedacht sind und, wenn sie in einer Legung auftauchen, einen positiven Brennpunkt anzeigen. Leider konnten in dem wie immer fünfsprachigen Begleitheft keine näheren Erklärungen zu den Karten untergebracht werden, was bei diesem wunderschönen Tarot wirklich schade ist. Anfängern kann das Deck daher nicht empfohlen werden, außer vielleicht zum Betrachten der schönen Kartenbilder. Fortgeschrittene Tarotisten und Sammler werden allerdings mit dem Indianter Tarot viel Freude haben.

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