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Das keltische Feentarot ist ein weiteres Tarot, welches unter der Federführung von Mark
McElroy entstanden ist. Die Kartendarstellungen sind von teils anmutig-bizarrer, teils
comicartig-liebenswerter Schönheit. Das Deck basiert vollständig auf den alten keltischen
Mythen und Märchen. In dem kleinen fünfsprachigen Begleitheftchen, wie es den Lo-Scarabeo-Tarots
generell beiliegt, ist in der kurzen Einleitung zu diesem Tarot zu lesen: "Dieses Deck
vereint die Volksweisheit der antiken keltischen Feen-Geschichten mit dem Aufbau und der
Symbolik des modernen Tarots. Auf diese Weise bleiben die einzelnen Karten den traditionellen
Bedeutungen treu, stehen jedoch gleichzeitig mit einer Gestalt, einem Thema oder einer
Geschichte der keltischen Tradition in Verbindung. Aus diesem Grund ist das Deck besonders
gut geeignet, zu einer Art 'Zauberspiegel' zu werden,...".
Nun, das mit der "Volksweisheit" und dem "Zauberspiegel" mag stimmen, doch traditionelle
Tarotsymbolik- und Darstellungen sucht man hier vergeblich. Zwar wurde die traditionelle
Tarotstruktur beibehalten, die Grundbedeutungen der Karten wurden jedoch ganz der Thematik
des Decks untergeordnet. Das keltische Feentarot ist ein Tarotdeck mit einer eigenen, in sich
abgeschlossenen Deutungsbasis. Wir befinden uns hier vollständig im Reich der keltischen
Mythen und Märchen aus einer Zeit, die schon alt war, als das Christentum gerade erst geboren
wurde. Die märchenhafte Seite der keltischen Mythen ist stärker betont, als der mystisch-religiöse
Aspekt. Wer sich in der keltischen Märchen- und Legendenwelt auskennt, hat beim Deuten der
Karten einen klaren Vorteil. Das kleine Begleitheftchen gibt zwar an, um wen oder was es
sich bei den Kartendarstellungen handelt, erklärt aber nicht den eigentlichen Zusammenhang,
was allerdings bei dem begrenzten Platz, den das kleine Begleitheftchen bietet auch nur
schwer möglich wäre. Viel zu komplex ist die thematische Basis dieses Tarots.
Trotzdem ist es möglich, die Karten mit den Angaben aus dem Begleitheftchen zu deuten, auch
wenn einem dabei einiges an Deutungstiefe, die man nur erkennen kann, wenn man die zugrunde
liegenden Märchen und Mythen kennt, entgehen mag. Wer sich jedoch ernsthaft mit diesem Tarot
beschäftigen möchte, wird das Deck sicherlich gerne auf eigene Faust ergründen und selbst
herausfinden, was es beispielsweise mit Pooka, der heiligen Murgen, dem in Ungnade gefallenen
Gwyn ap Nudd oder der blauen Hexe Cally Berry auf sich hat. Nicht auszuschließen, dass man
dabei auch auf seltsam bekannte Gestalten trifft, wie zum Beispiel Whoopity Stoorie, der an
einem Spinnrad sitzt (VIII. Große Arkana, Kraft) und "ein schreckliches Opfer verlangt,
außer es gelingt, seinen Namen zu erraten".
Die traditionellen Kartenbezeichnungen wurden bei den Großen Arkana des keltischen
Feentarots übrigens beibehalten. Die Elementbezeichnungen der Karten der Kleinen Arkana
wurden jedoch der Thematik dieses Tarots angepasst. Die Stäbe sind zu Lanzen geworden, die
Kelche zu Kesseln und die Münzen zu Steinen. Nur die Schwerter sind Schwerter geblieben. Zu
diesem Deck gibt es außerdem einen sehr schönen Tarotbeutel aus Satin, der, wie auch die
Kartenschachtel, das Kartenmotiv der Hohepriesterin zeigt.
Das keltische Feentarot ist hauptsächlich ein Tarot für fortgeschrittene Kartenleger und
natürlich für Sammler. Anfänger, die es mit diesem Tarot versuchen wollen - was angesichts
der schönen mystisch-märchenhaften Bilder verständlich wäre - sollten sich klar machen, dass
die symbolischen Darstellungen und Kartenbedeutungen dieses Decks nur entfernt mit der
traditionellen Tarotsymbolik- und Kartenbedeutung zu tun haben. Hier befindet man sich in
einer ganz eigenen Welt des mystischen Kartenlegens.
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