Halloween Tarot
Kipling West

Das Halloween Tarot bekommt man in Deutschland z.Zt. nur selten und in der Regel auch nur über das Internet. Wie der Name bereits sagt, bezieht sich das Deck auf Halloween, ein Fest, welches früher hauptsächlich im anglo-amerikanischen Sprachraum gefeiert wurde und erst seit einigen Jahren auch bei uns Einzug gehalten hat. Halloween geht auf einen alten keltischen Brauch zurück und markiert das offizielle Ende des Sommers. Es wurde gefeiert, indem Feuer angezündet wurden und die Menschen in Masken und Verkleidungen umherzogen. Halloween, eigentlich "All Hallows Eve" fand immer am Tag vor Samhain, dem Fest zu Beginn des Winters, statt. Samhain, ebenfalls ein altes keltisches Fest, fällt auf den 1. November des Gregorianischen Kalenders und wurde von der Kirche in ein Fest zu Ehren aller Heiligen umgewandelt (Allerheiligen). Mit dem Erstarken des Paganismus wurde Samhain in den letzten Jahren aber mehr und mehr auf seine eigentlichen Wurzeln zurückgeführt und gilt insbesondere für Neue Hexen und Anhänger der Wicca-Religion wieder als einer der großen Sabbate.

Halloween ist hauptsächlich ein Fest, auf das sich besonders die Kinder in Amerika und England und zunehmend auch in Deutschland freuen. Es ist der Tag, an dem einmal im Jahr plötzlich alle Gruselgestalten lebendig zu werden scheinen und all diese Gestalten finden sich auf den Karten des Halloween Tarot. Das Deck wirkt irgendwie drollig, trotz - oder vielleicht gerade wegen - all der Monster, Vampire, Kobolde und Geister. Nichts desto trotz ist es an das Rider Waite Tarot angelehnt und verwendet die traditionelle Tarotsymbolik und die traditionellen Kartenbezeichnungen. Lediglich für die Kleinen Arkana wurde andere Elementsymbole gewählt, als die üblichen Stäbe, Kelche, Schwerter und Scheiben. Da gibt es dann Kobolde (Imps), Geister (Ghosts), Fledermäuse (Bats) und Kürbisse (Pumpkins). Manch einem mag dieses Deck kindisch und irgendwie unpassend erscheinen. Betrachtet man die Sache aber mit Humor, so handelt es sich um ein schönes und interessantes Deck, das nicht nur eine Bereicherung jeder Tarotsammlung darstellt, sondern auch in der Praxis verwendet werden kann.

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Merry Day Tarot
Louisa Poole

Das Merry Day Tarot ist in Deutschland bisher nicht erhältlich. Es handelt sich um ein ungwöhnliches Deck. Die Kartendarstellungen sind in einem wunderschönen Fantasy-Stil gehalten, haben zusätzlich aber auch einen multikulturellen Touch. Viele Karten der Großen Arkana wurden umbenannt. So heißt beispielsweise der Magier hier "Lehrling" oder "Lernender" (Apprentice), die Hohepriesterin "Orakel" und der Tod "Metamorphose". Besonders interessant ist die Benennung der Karte "Mässigkeit". Sie heißt im Merry Day Tarot "Herr der Zeit" (Time Lord). Auch bei den Hofkarten wurden interessante Umbenennungen vorgenommen. So gibt es z.B. bei den Hofkarten der Stäbe den König des Feuers, die Königin der Stäbe, den Krieger des Sommers und das Elementar, dargestellt als Einhorn. Alle Buben/Prinzessinnen heißen "Elemental" (Elementar) und auf den Karten der Asse sind Drachen des jeweiligen Elementes zu sehen. Diese Struktur - König des Elements, Königin des Elementsymbols, Krieger (Ritter) der zum Element gehörigen Jahreszeit und Bube als ein Elementar oder Urkraft, dargestellt durch Elementargeister oder -tiere - ist dabei nicht bei allen Hofkarten gleich. Sie findet sich nur bei den verwandten Elementen Feuer und Luft. Bei den Hofkarten der Kelche und Scheiben erscheint dann z.B. bei den Scheiben der König des Winters, die Königin der Pentakel, der Krieger der Erde und als Elementar Zentaur und Satyr.

Auf allen Karten, auch auf denen der Großen Arkana, befinden sich Deutungsstichworte. Am unteren Kartenrand sind außerdem auf jeder Karte numerologische Werte angegeben. Auf diese Weise wird gleichzeitig das gesamte Deck quasi durchnumeriert. Auch, wenn mit dieser Durchnumerierung vielleicht nicht jeder Tarotist einverstanden sein mag, so handelt es sich doch, insgesamt gesehen, um ein wunderschönes, interessantes Tarot.

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Tarot of the Spirit - Tarot des Geistes
Pamela und Joyce Eakins

Die Kartendarstellungen dieses Tarots sind beeindruckend und einige wirken recht intuitiv. Insgesamt gesehen erinnern sie an modernen Impressionismus. Die Großen Arkana tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen. Anders die Karten der Kleinen Arkana. Statt der traditionellen Elementsymbole werden die Namen der vier Elemente direkt verwendet und die Hofkarten werden als Vater, Mutter, Schwester und Bruder bezeichnet. Auf den Zahlenkarten der Kleinen Arkana befinden sich bildhafte Deutungsstichworte. Kabbalistische Symbole und hebräische Buchstaben sind so geschickt in die Kartendarstellung integriert, dass sie kaum auffallen. Um mit diesem Deck zu arbeiten braucht man schon ein wenig Abstraktionsvermögen, sowohl in Bezug auf die Kartendarstellungen, als auch in Bezug auf die Deutungsstichworte der Zahlenkarten der Kleinen Arkana. Aber gerade das macht dieses Deck so interessant. 

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Connolly Tarot
Eileen und Peter Paul Connolly

Auf den ersten Blick sieht dieses Deck aus, wie ein wunderschön colorierter Rider-Waite-Klon. Das täuscht jedoch. Insbesondere die Kleinen Arkana unterscheiden sich in der Darstellung und auch in der durch die Darstellung vermittelten Kartenbedeutung teilweise erheblich vom Rider Waite Deck.

Die meisten der Großen Arkana tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen. Einige wurden jedoch verändert, wobei die Grundbedeutung der jeweiligen Karten aber weitgehend erhalten geblieben ist. Bei den Kleinen Arkana wurden zwar auch die traditionellen symbolischen Elementbezeichnungen Stäbe, Kelche, Schwerter und Pentakel verwendet, die Darstellungen auf den Karten entfernen sich aber teilweise ein gutes Stück von den traditonellen Rider-Waite-Darstellungen und stimmen auch nicht immer mit den tradtionellen Kartenbedeutungen überein. Alle Karten sind "freundlich", sowohl in Bezug auf die Kartenbezeichnung, als auch auf die Kartendarstellung. Leider ist dieses recht gelungene Tarot in Deutschland bisher nur schwer erhältlich.

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Gummibärchen Tarot
Dietmar Bittrich

Als ich dieses Tarot zum ersten Mal in einer Buchhandlung sah, habe ich ziemlich konsterniert davor gestanden. Was soll denn das? Ich hielt die Sache ganz einfach für eine Verlade. Genau, wie bei dem Buch vom selben Autor über das "Gummibärchen Orakel", hatte ich den Eindruck, daß sich der Autor über die Esoterik im allgemeinen und das Tarot im besonderen lustig macht. So in der Art: denen kann man doch jeden Blödsinn anbieten und die nehmen das dann auch noch ernst und (viel wichtiger) bezahlen auch noch dafür. Ich gebe zu, dass ich das Buch über das Gummibärchen Orakel bis heute nicht gelesen habe. Ich wüsste auch nicht, warum ich das tun sollte. Ich hatte auch nie vor, das Gummibärchen Tarot in meine Sammlung aufzunehmen. Dann bekam ich immer mal wieder Anfragen zu diesem Deck und habe mich schließlich doch, wenn auch widerwillig, entschlossen, mir die Sache näher anzusehen.

Das Gummibärchen Tarot ist ganz einfach ein Rider-Waite-Klon, bei dem die Figuren durch strichmännchenartige Gummibärchen ersetzt wurden, wobei allerdings auf Details nicht viel Aufwand verwendet wurde. Die Karten sind recht klein. Sie haben in etwa die Größe der kleinen Lenormand-Wahrsagekarten. Bei der Durchsicht der Karten musste ich dann doch etwas schmunzeln. Sie sehen teilweise recht drollig aus. Vielleicht wird das Deck irgendwann mal ein Sammlerobjekt.

Das Gummibärchen Tarot wird als Set mit Buch und einer kleinen Tüte Gummibären verkauft. Das Buch ist recht dünn und eher ein Heft, als ein Buch. Die angegebenen Kartenbedeutungen sind gar nicht mal so schlecht und wirken eigentlich recht ernsthaft. Der Autor und Gummibärchen-Fan erklärt auch die Herkunft des Tarot: Gummibärchen haben die Karten in grauer Vorzeit, als Menschen und Gummibärchen noch friedlich miteinander lebten, erfunden. Ist ja klar. Da hätte man auch früher drauf kommen können.

Objektiv betrachtet ist die ganze Sache recht humorvoll gemacht. Ich neige allerdings immer noch zu der Meinung, dass es sich um eine Verlade handelt. Um Geschäftemacherei handelt es sich mit Sicherheit. Der Preis von € 20,50 ist maßlos überteuert. Was für diesen Preis geboten wird, ist bestenfalls die Hälfte wert.

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Tarot des Goldenen Drachen
Jean-Louis Victor

Dieses Tarot basiert auf chinesischen Weisheitslehren. Bei der Betrachtung der Karten kam mir manchmal der Verdacht, dass zwei verschiedene Künstler am Werk waren. Viele der Kartenbilder sind wunderschön gemalt, einige wenige haben aber etwas komikhaftes an sich. Dem Gesamteindruck des Decks tut das allerdings keinen Abbruch. Vom traditionellen Tarot findet man bei diesem Deck nur den Aufbau und die Bezeichnung der Elementsymbole. Fast alle 22 Großen Arkana wurden umbenannt:

I.        Der Lehrling
II.       Die Wasserträgerin
III.      Die Reiskönigin
IV.      Der Herrscher
V.       Die heilige Pagode
VI.      Das Labyrinth
VII.     Der Sieg
VIII.    Die Gerechtigkeit
VIIII.   Der Weise
X.       Das Schicksal
XI.      Der Drachen
XII.     Der Gehängte
XIII.    Der Tod
XIIII.   Der Ausgleich
XV.     Das Gewitter
XVI.    Zerstörung des Tempels
XVII.   Der Stern
XVIII.  Der Mond
XVIIII. Die Sonne
XX.     Das Tao
XXI.    Der Affe
XXII.   Die Ernte

Die Karte "Der Affe" scheint die Karte zu sein, die dem Narren entspricht. Sie trägt nicht die 0, sondern die Nummer 21 und befindet sich, wohl dem Vorbild von Paul Christian folgend, vor der Karte, die der Welt entspricht. Die Buben der Hofkarten heißen bei diesem Deck "Meister". Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana tragen die traditionellen Elementsymbole. Die traditionelle Tarotsymbolik fehlt allerdings fast völlig. Auch die Kartenbedeutungen weichen teilweise erheblich von den traditionellen Bedeutungen ab. Das Deck ist zwar auch als Einzeldeck erhältlich, wird meist aber im Set mit Buch angeboten, wobei das Buch eher etwas enttäuschend ist. So sind auf allen Karten am oberen Rand chinesische Schriftzeichen zu sehen. Mit keinem Wort wird jedoch im Buch erwähnt, was sie bedeuten. Man kann nur vermuten, dass es sich um die Kartenbezeichnungen auf chinesisch handeln könnte. Mit einiger Mühe habe ich zumindest inzwischen bei vier der Großen Arkana feststellen können, dass es sich wirklich um die Kartenbezeichnungen auf Chinesisch handelt.

Auch auf den Karten selbst finden sich gelegentlich chinesische Schriftzeichen, die mit Sicherheit eine Bedeutung haben, aber nirgendwo erklärt werden. Zwar wird die allgemeine Bedeutung einer jeden Karte recht ausführlich erklärt, auf die Kartendarstellung selbst wird aber so gut wie gar nicht eingegangen. Unter "Beschreibung und symbolische Bedeutung der Karte" wird jeweils nur die symbolische Bedeutung der Karte als Gesamtes dargelegt. Einzelheiten werden nicht erklärt. So kommt es, dass die im Buch angegebenen Kartenbedeutungen manchmal gar nicht zu der Darstellung auf den Karten zu passen scheinen. Man wird aber beim Betrachten der Karten das Gefühl nicht los, dass es da einen Zusammenhang gibt, wenn auch auf einer viel subtileren Ebene. Was fehlt sind eben nähere Erläuterungen zur Kartendarstellung, die den Weg auf diese subtile Ebene öffnen könnten. In den letzten beiden Kapiteln geht der Autor dann etwas näher auf den Taoismus und Lao-Tse ein und bestätigt so indirekt, dass noch ein bisschen mehr in seinen Karten steckt. Bei genauerem Hinsehen kann man dann auch Interessantes entdecken. So bilden z.B. die Hofkarten eines jeden Elementes, wenn man sie richtig nebeneinander legt, eine zusammengehörige Bildsequenz. Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana scheinen jeweils eine Geschichte zu erzählen. Zusammenfassend könnte man dieses Deck als ein recht interessantes Tarot bezeichnen, das Karte für Karte erarbeitet werden will.

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Altes Italienisches Tarot
unbekannter Verfasser

Dies ist wieder eines der historischen Tarots aus Italien. Das Deck ähnelt sehr dem Klassischen Tarot. Einige der Großen Arkana sind fast völlig identisch. Allerdings befinden sich auf den Karten, im Gegensatz zum Klassischen Tarot, keine Deutungsstichworte. Insgesamt gesehen wirkt dieses Deck authentischer, obwohl die Vorlage des Klassischen Tarots einige Jahre älter ist, als die Vorlage des Alten Italienischen Tarots. Interessant ist, daß die 13. Große Arkana hier nicht "Der Tod" heißt, sondern einfach "Il Tredici", also "Die Dreizehn".

Es ist anzunehmen, daß der Schöpfer der Karten - er wird nicht erwähnt und scheint daher unbekannt zu sein - das Deck von Dellarocca, dem Schöpfer des Klassischen Tarots, zum Vorbild genommen hat. Das dem Deck beigelegte kleine Begleitheftchen gibt leider keine nähere Auskunft über die Herkunft der Karten. Lediglich auf der Schachtel ist zu lesen, daß es sich um die exakte Reproduktion eines Decks aus dem 19. Jahrhundert handelt und wohl von Cartiera Italiana in Serravalle Sesia 1880 herausgegeben wurde.

Siehe auch: Klassisches Tarot

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