| Kazanlar Tarot Dr. Emil Kazanlar |
|
Dieses Tarot wird meist nur im Set mit Buch angeboten. Das Buch ist auch nötig, um die Kartendarstellungen richtig zu verstehen. Der Schöpfer dieser Karten wurde im Iran als Sohn eines persisch-türkischen Vaters und einer ungarischen Mutter geboren. Dadurch wurde er bereits von klein auf mit verschiedenen Religionen vertraut. Das Kazanlar Tarot ist denn auch ein Deck, welches sich auf mehrere Religionen und Mythen bezieht. Bei den Kleinen Arkana liegen den Karten der Stäbe Motive aus der indischen Geschichte und dem Hinduismus zugrunde. Die Karten der Kelche haben Legenden aus Ungarn zum Vorbild. Die Karten der Münzen beziehen sich auf persische Mythen und die Karten der Schwerter auf das Alte Ägypten und seine Religion. Die Großen Arkana sind in gewisser Weise multikulturell. Jüdische Kabbala wird mit dem Islam und dem Christentum verbunden. Die Karten tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen, mit Ausnahme des Hierophanten, der hier als Prophet bezeichnet wird. Der Narr trägt nicht die Null, sondern die Zahl 22. Streng genommen könnte man dieses Deck auch als ein kabbalistisches Tarot bezeichnen. Grundlage für die Karten-Interpretation ist immer die Kabbala. Alle Karten zeigen eine Fülle von Symbolen. Jede einzelne Karte wird im Buch recht ausführlich erklärt, wobei besonders auf die Kabbala eingegangen wird. Die Karten sind nicht allzu groß und künstlerisch recht schön gestaltet. Alle Kartenbezeichnungen werden in vier Sprachen angegeben: Deutsch, Englisch, Französisch und Ungarisch. Das Buch bietet außerdem noch einige Interessante Legearten. Für Anfänger würde ich das Kazanlar Tarot allerdings nicht empfehlen. |
| Neuzeit Tarot - New Age Tarot Walter Wegmüller |
|
Dieses Tarot stammt aus dem Jahre 1982. Schöpfer des Neuzeit Tarots ist Walter Wegmüller, der auch schon das Gipsy Tarot Tsigane (Zigeuner Tarot) gemalt hat. Die Bilder wirken teils märchenhaft, teils sehr modern. So zeigt z. B. der König der Münzen einen Mann in Anzug und Krawatte, der eine Königskrone trägt und in einem Wohnzimmer sitzt. In der Hand hält er ein Mikrofon und neben seinem Sessel steht ein Fernseher. Die Figuren auf den Karten haben alle die typischen "Wegmüller-Gesichter". Die Großen Arkana tragen, wie schon beim Giypsy Tarot, weitgehend die traditionellen Bezeichnungen. Die Ausnahmen sind auch hier wieder der Magier (hier: Gaukler), die Liebenden (hier: Entscheidung), der Eremit (hier: Der Weise), der Gehängte (hier: Die Prüfung), der Turm (hier: Zerstörung) und der Stern, der hier wieder im Plural als "Die Sterne" erscheint. Die Elementsymbole sind die traditionellen Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Alle Karten sind voll bebildert, wobei bei den Zahlenkarten der Kleinen Arkana die Elementsymbole in eine Art umgebendes Bild eingebettet sind, welches die Kartenbedeutung unterstreicht. Alle Kartenbezeichnungen sind in Deutsch, Englisch und Französisch angegeben. Siehe auch: Gipsy Tarot Tsigane - Zigeuner Tarot |
| Experimental Tarot Gunnar Kossatz |
|
Dieses Deck zählt zu den "modernen" Tarots. Traditionelle Darstellungen und Symbole findet man nicht. Alle Karten sind voll bebildert. Die Großen Arkana tragen teils die traditionellen, teils abgeänderte Kartenbezeichnungen. So heisst z.B. der Magier hier "Erschaffer", die Hohepriesterin "Jungfrau", die Liebenden "Wahl", der Wagen "Sieg", der Eremit "Schamane". Die Kraft ist die 8. Große Arkana und die Gerechtigkeit, die hier "Gesetz" heisst, ist die 11. Große Arkana. Auch die Zahlenkarten der Kleinen Arkana tragen jeweils eine Kartenbezeichnung. Beispielsweise wurden das As der Schwerter "Atem", die Zwei der Schwerter "Austausch" und die Drei der Schwerter "Brise" genannt. Die Hofkarten werden als Mutter, Vater, Sohn und Tochter ihres jeweiligen Elementes bezeichnet. Verwendet werden die traditionellen Elementbezeichnungen Feuer, Wasser, Luft und Erde, nicht aber die traditionellen Elementsymbole. Auf den Kartenbildern sind meist überhaupt keine Elementsymbole zu sehen. Dafür befindet sich auf jeder Karte in der rechten unteren Ecke ein dem jeweiligen Element zugeordnetes Symbolzeichen. Für das Feuer wurde ein Stern mit einem Salamander in der Mitte gewählt. Das Symbol für Wasser ist eine Schale, für Luft ein Kreis mit drei Pfeilen und für Erde eine stilisierte Pflanze, die an eine altägyptische Hieroglyphe erinnert und sich in einem Quadrat befindet. Auch die Großen Arkana tragen ein Symbolzeichen in der rechten unteren Ecke, und zwar eine Lemniskate (Unendlichkeitssymbol) in einem Kreis. Auf allen Karten sind außerdem in der linken unteren Ecke astrologische Symbole zu sehen. Die Kartenbezeichnungen sind in Englisch und Deutsch angegeben. Auf allen Karten befindet sich je ein Deutungsstichwort in Englisch und Deutsch. Das Begleitheft ist recht umfangreich und bietet zu jeder Karte zusätzlich einen Leitsatz und eine Affirmation. |
| Madru - Das Baum-Tarot Frederik Hetmann * Johannes Fiebig |
|
Dieses Deck besteht nur aus den 22 Großen Arkana, ist also ein sogenanntes Arkana-Tarot. Die Karten sind recht klein und handlich. Jede Große Arkana wird zusätzlich mit einem Baum verbunden. Die Karten tragen teilweise die traditionellen und teilweise abgeänderte Kartenbezeichnungen. Die Karte der Hohepriesterin heißt hier "Göttin" und die des Hierophanten dem entsprechend "Gott". Herrscherin und Herrscher sind Fürstin und Fürst. Die Karte des Gehängten heißt "Prüfung" und die des Teufels "Dämon". Der Stern, der Mond und die Sonne werden als Sternenfrau, Mondfrau und Sonnenfrau bezeichnet und die Welt als Frau Welt. Auf allen Karten befinden sich zusätzlich hebräische Buchstaben und astrologische Symbole. Das Baum-Tarot bezieht sich auf das Buch "Madru - oder Der Grosse Wald" und wurde ursprünglich als Set mit dem Buch angeboten, dem auch ein paar Baumsamen beigelegt waren. Inzwischen ist es aber auch als einzelnes Deck erhältlich. |
| Sharman Caselli Tarot Einsteiger Tarot Juliet Sharman-Burke * Giovanni Caselli |
|
Die Bezeichnung "Einsteiger Tarot" benutze ich für dieses Tarot eigentlich nur, weil es sich um ein Deck handelt, welches in einem Set mit dem Namen "Tarot - Das Einsteigerset" angeboten wird. Einen eigenen Namen hat das Deck bisher wohl nicht. Autorin dieses Einsteigersets ist Juliet Sharman-Burke und die Karten wurden von Giovanni Caselli speziell für dieses Set gemalt. Caselli hat sich bei der Gestaltung der Karten eng an das Rider Waite Tarot angelehnt. Auch das Hanson-Roberts-Deck scheint ein wenig Pate gestanden zu haben. Was dabei herausgekommen ist, ist eine echte Alternative zum Rider Waite Tarot mit sehr ansprechender Farbgestaltung, die von zarten Pastelltönen bis zu kräftigen Farben reicht. Obwohl die Karten speziell für dieses Set und für Einsteiger erststellt wurden, werden auch erfahrenere Tarotisten ihre Freude an dem Deck haben. Meines Erachtens ist dieses Einsteigerset eines der Besten seiner Art. Neben dem schönen Tarot ist auch das Buch gelungen. Jede einzelne Karte wird genau erklärt, wobei die Erklärungen nicht überladen sind, sondern in einfacher und verständlicher Form die für Anfänger notwendigen Informationen enthalten. Auch auf einzelne Symbole auf den Karten wird dabei eingegangen. Alles in allem: ein empfehlenswertes Set. |
| Tarot des Olymp Manfredi Toraldo * Luca Raimondo |
|
Dieses Tarot ist im April 2002 herausgekommen. Seit seiner Ankündigung hatte ich mich auf das Deck gefreut. Als ich es dann durchsah, war ich aber erst einmal enttäuscht. Es schien sich - wieder mal - um ein Tarot zu handeln, bei dem eine gute Idee schlecht umgesetzt wurde. Die Darstellungen auf den Karten wirken teilweise wie Comic-Zeichnungen. Kaum eine Kartendarstellung wurde so gewählt, dass sie mit der traditionellen Kartenbedeutung vereinbar wäre. Auch die Darstellungen einiger Personen und Gottheiten aus der griechischen Mythologie wirken irgendwie "unangebracht" und passen eher in einen Comic-Strip, als auf Tarotkarten. Bei einer zweiten und intensiveren Durchsicht der Karten änderte sich der negative Eindruck dann allerdings ein wenig. Betrachtet man die Karten nämlich einmal ganz unvoreingenommen, dann muss man schon zugeben, dass viele Darstellungen gelungen sind. Wenn man sich außerdem etwas intensiver mit den zugrunde liegenden Mythen beschäftigt, ergeben sich auch einige recht interessante Kartenbedeutungen. Zwar sind diese nicht immer mit den traditionellen Kartenbedeutungen vereinbar, doch das ist ja schließlich auch kein unbedingtes Muss. Letztendlich zeigen sie einen in sich schlüssigen Aufbau. Die Darstellungen der Großen Arkana, die auf allen 22 Karten griechische Gottheiten zeigen, erweisen sich bei genauerem Durchdenken sogar als wirklich gut gewählt. So hatte es mich z.B. anfangs irritiert, daß Zeus und Hera nicht auf den Karten des Herrschers und Herrscherin zu sehen waren, sondern auf den Karten des Magiers und der Hohenpriesterin. Herrscher und Herrscherin sind Ares und Aphrodite. Nun passen aber Ares (Mars) und Aphrodite (Venus) schon allein von der astrologischen Zuordnung her besser zum Herrscher und zur Herrscherin, während Zeus bei näherer Betrachtung glänzend zum Magier paßt. Mit seiner Frau Hera als der Hohenpriesterin bildet er eine zwar unübliche, aber nicht unbedingt unpassende Paarung. Gemäß der Götterhierarchie wird hier außerdem die geistige Macht über die weltliche Macht gestellt. Das kleine Begleitheft, welches dem Deck beiliegt, ist allerdings zum Verständnis der Karten kaum von Wert. Zwar zeigt es, dass der Autor sich einige Gedanken über die Karten gemacht hat, wirkt aber, insgesamt betrachtet, recht oberflächlich. Um mit diesem Deck zu arbeiten ist es schon notwendig, eingehendere Kenntnisse der griechischen Mythologie zu besitzen. Zusammenfassend kann man sagen, dass bei diesem Tarot zwar einiges hätte besser gemacht werden können, betrachtet man das Deck aber als ein in sich geschlossenes Tarotsystem und lässt die traditionellen Kartenbedeutungen weitgehend beiseite, so ergeben sich interessante Anwendungs- und Deutungsmöglichkeiten. |
| Meister-Tarot (Lo Scarabeo) Giovanni Vacchetta |
|
Dieses Deck ist die Neugestaltung eines Tarots aus dem 19. Jahrhundert. Der Name "Meister-Tarot" wurde zu Ehren von Giovanni Vacchetta gewählt, der dieses Tarot im Jahre 1893 gestaltet und erstmals veröffentlicht hatte. Es handelt sich um eines der vielen historischen Tarots mit den traditionellen Kartenbezeichnungen. Die Kartendarstellungen verraten jedoch, dass der Schöpfer der Karten nicht einfach die üblichen Kartenbilder übernommen hat, sondern seine eigenen Vorstellungen verwirklichte. So zeigen denn auch die Zahlenkarten der Kleinen Arkana nicht nur einfach ihr jeweiliges Elementsymbol in entsprechender Anzahl, wie das bei historischen Tarots in der Regel der Fall ist, sondern oft zusätzlich symbolische Figuren, Tiere, Pflanzen und Gegenstände. Auf jeder Karte sind am linken Rand in kleiner Schrift Deutungsstichworte in italienischer, englischer, deutscher, französischer und spanischer Sprache aufgedruckt, die jedoch meist nicht den traditionellen Kartenbedeutungen entsprechen. Die auf den Beispielabbildungen schwarz wirkenden Kartenränder sind im Original dunkelgrün. Für Liebhaber historischer Tarots ist dieses Deck bestimmt eine Bereicherung. |
| I Ching der Liebe Nishavdo * Rishu * Videha |
|
Bei diesem Deck handelt es sich um recht schöne und ansprechend gestaltete I-Ching-Karten. Auf jeder der 64 Karten befindet sich jeweils eines der 64 Hexagramme. Die Karten sind von 1 - 64 durch nummeriert. Auf jeder Karte ist ein Kartentitel in italienischer, englischer und deutscher Sprache aufgedruckt. Diese Kartentitel entsprechen jedoch nicht den jeweiligen Hexagramm-Namen, sondern sind wohl eher als eine stichwortartige Interpretation zu verstehen. Den Karten ist ein kleines Begleitheft in englischer Sprache beigelegt, welches in recht kurzer Form die Kartenbedeutung angibt. Auch hierbei scheint es sich mehr um Interpretationen des Verfassers zu handeln. Für die Arbeit mit diesen schönen Karten ist es daher von Vorteil, sich zusätzlich eingehender mit dem I Ching zu befassen und entsprechende zusätzliche Literatur heranzuziehen. |