Blumenelfen Tarot  
Laura Tuan * Antonella Castelli

Bei diesem Tarot tragen alle Karten die traditionellen Kartenbezeichnungen. Die Kartendarstellungen zeigen jedoch keinerlei traditionelle Bilder. Statt dessen ist auf jeder Karte eine Blume dargestellt, zusammen mit einer Elfe. In der Blumensymbolik liegt dann die Kartenbedeutung. Die Symbolik einer jeden Blume ist in dem kleinen Begleitheftchen angegeben. Allerdings gibt es bezüglich der Symbolsprache der Blumen unterschiedliche Auffassungen. Wer sich bereits mit der Blumensymbolik beschäftigt hat oder beispielsweise mit den Astro-Mythologischen Karten nach Mlle. Lenormand arbeitet, die ja auch Blumensymbolik verwenden, wird daher möglicherweise die Angaben zur Symbolik der dargestellten Blumen etwas verwirrend finden. Alles in allem handelt es sich aber um ein sehr ansprechendes, schön gestaltetes Deck.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Aimée's Orakelkarten  
Aimée Zwitser * George Hulskramer

Diese Karten der holländischen Hellseherin Aimée Zwitser sind gelegentlich noch im Handel erhältlich. Sie werden in der Regel als Set mit Buch angeboten, wobei das Buch von George Hulskramer geschrieben wurde. Das Deck besteht aus 72 Karten, die im Prinzip den Kleinen Lenormand-Karten ähneln. Das beigefügte Buch im Taschenbuchformat gibt zu jeder Karte eine recht ausführliche Erklärung. Im letzten Teil des Buches werden dann Legemethoden vorgestellt.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarocco Egiziano - Ägyptisches Tarot
Bietti

Dieses Deck aus dem Jahre 1983 ist ein Klassiker, der jedoch als vergriffen gilt. Es handelt sich um ein Tarot nach dem System von Etteilla. Die Bezeichnung "Ägyptisches Tarot" bezieht sich nicht auf die Kartendarstellungen, sondern beruht auf Etteilla's Überzeugung - die er mit vielen anderen seiner Zeit teilte -, das der Ursprung des Tarot in Ägypten zu suchen sei. Auf den Karten ist auf der rechten Seite jeweils das eigentliche Kartenbild zu sehen. Die Bilder sind recht einfach und erinnern etwas an das Tarot de Marseille. Das Hauptgewicht wurde eindeutig auf Symbolik gelegt. Interessanterweise ist der Hintergrund bei den Großen Arkana fast durchweg in einem satten grün gehalten. Überhaupt sind die vorherrschenden Farben Grün, Rot und Gelb. Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana zeigen nur das jeweilige Elementsymbol in entsprechender Anzahl. Die linke Seite der Karten ist noch einmal dreigeteilt. Bei den Großen Arkana zeigen das obere linke und das untere linke Kartenbild der jeweiligen Karte die zugeordneten hebräischen Buchstaben, einmal aufrecht und einmal auf dem Kopf für umgekehrt fallende Karten. Bei den Hofkarten und den Zahlenkarten der Kleinen Arkana zeigt das linke obere Bild das jeweilige Kartenbild, wie es in Tarots nach Art des Marseiller Tarots üblich ist. Das linke untere Bild zeigt die jeweils zugehörige Karte eines normalen Kartenspiels. Die mittlere Abbildung auf der linken Seite zeigt bei allen Karten Hieroglyphen, bzw. den Hieroglyphen nachempfundene Zeichen. 

Wie bei Tarots nach dem System Etteillas üblich, sind alle Karten von 1 - 78 durchnummeriert. Am oberen und unteren Rand befinden sich Deutungsstichworte, jeweils für aufrecht und umgekehrt fallende Karten. Die Kartenbezeichnungen der Großen Arkana befinden sich direkt auf dem Kartenbild.

Dieses Deck ist natürlich besonders interessant für Tarotisten, die das System von Etteilla verwenden. Darüber hinaus ist dieses Tarot inzwischen ein recht begehrtes Sammlerstück.

Weitere Informationen zu den Étteilla Tarots sind in den Besprechungen zum Grand Étteilla Tarot und Tarot von Étteilla - Das Buch Thot zu finden.     

Zu Étteilla siehe auch: Tarotgeschichte Teil 4, sowie die Bilder und den Kommentar zum Tarot Cartomanzia 184, bzw. Cagliostro Tarot, Grand Etteilla Tarot, Etteila Tarot und Tarot von Etteilla - Das Buch Thot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wikinger Tarot
Sergio Tisseli * Manfredi Toraldo

Das Wikinger Tarot beruht, wie der Name schon andeutet, beruht auf der Mythologie der nordisch-germanischen Sagenwelt. Die Darstellungen auf den 78 voll bebilderten Karten sind wirklich sehenswert. Die traditionelle Symbolik ist zwar kaum zu finden, wird aber durch zur jeweiligen Kartenbedeutung passende Darstellungen aus der nordisch-germanischen Mythologie sehr gut ersetzt. Darüber hinaus erlauben die Darstellungen auch noch interessante weitere Deutungsmöglichkeiten, insbesondere für diejenigen, die sich etwas in der nordisch-germanischen Sagenwelt auskennen. 

Alle Karten tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen. Das kleine Begleitheft gibt darüber hinaus auch an, welche Gottheiten und/oder welche mythologischen Wesen/Personen auf den Bildern dargestellt sind. Alle Kartenbezeichnungen sind in sechs Sprachen angegeben: Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Deutsch und Holländisch. Auch das Kleine Begleitheft ist sechssprachig, wodurch naturgemäß die Erklärungen zu den einzelnen Karten recht knapp ausfallen. Es reicht aber. Außerdem können auch andere Tarotbücher für dieses Deck herangezogen werden und - wie gesagt - Kenntnisse der nordisch-germanischen Sagenwelt sind recht hilfreich. 

Die Erklärungen zu den Karten beginnen mit einer recht brauchbaren Erklärung zu den historischen Wikingern, die aber erst im hohen Mittelalter einsetzt. Die Mythen auf der die Kartendarstellungen beruhen sind jedoch weit älter und nicht nur den Wikingern (Normannen) zuzuschreiben sondern größtenteils gemeinsames nordisch-germanisches Sagengut.

Alles in Allem ist dies ein gelungenes, empfehlenswertes Tarot.       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vice Versa Tarot - Tarot of the New Vision
Raul und Gianluca Cestaro * Pietro Alligo

Auf dieses Tarot habe ich gewartet, seit ich zum ersten Mal ein paar Abbildungen der Karten gesehen habe. Das fertige Tarot hat mich denn auch nicht enttäuscht. Die Idee ist eigentlich fast genial. asr bekannteste Tarot der Welt, das Rider Waite Tarot, wird einfach mal von einer anderen Seite dargestellt, und zwar buchstäblich. Die Bilder zeigen im Grunde genommen das, was die Figuren auf den Karten sehen, bzw. das, was zu sehen wäre, wenn man sich in oder hinter den Karten befinden würde. Dadurch ergeben sich neue und zusätzliche Einblicke in die Kartenbedeutungen. Nehmen wir als Beispiel die Karte der Hohenpriesterin. In der normalen Ansicht sieht man sie auf ihrem Thron zwischen den beiden Säulen mit dem Vorhang dahinter. Man weiß aber nicht, wohin die Hohepriesterin blickt und man weiß auch nicht, was sich hinter ihrem Thron und dem Vorhang befindet. Im Vice Versa Tarot sieht man im Grunde genommen dieselbe Darstellung, nur von hinten. Dabei ist zu erkennen, dass die Hohepriesterin aufs Meer schaut. Hinter ihrem Thron hinter den Säulen sind zwei Nonnen in betender Stellung zu sehen, wobei die eine Nonne schwarz gekleidet ist und hinter der weißen Säule steht und die andere Nonne weiß gekleidet ist und hinter der schwarzen Säule steht. Hinter dem Vorhang sitzt eine Eule auf einem Granatapfel. Auf der Karte der Herrscherin ist zu erkennen, dass sie auf ein offenes Tor und einen Weg dahinter blickt. Hinter ihrem Thron spielen zwei nackte Kinder mit einem Schwan. Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten. So zeigt die 6 der Scheiben auf den ersten Blick nur das bekannte Kartenbild aus der Sicht hinter dem Mann, der Spenden an Bedürftige verteilt. Wenn man aber genauer hinsieht, so erkennt man ganz deutlich am Mantel des Mannes hinten einen Riss. Er ist also gar nicht so wohlhabend, wie er von vorne aussieht. Jede einzelne Karte zeigt so neue, oft unerwartete Einblicke. Natürlich entspringt diese Sicht der Fantasie der Kartenautoren. Sie gibt aber zusätzliche Impulse zur Kartendeutung und verleiht den Rider-Waite-Karten eine besondere Lebendigkeit, die vorher nicht da war.