Millennium Tarot
Verlagsausgabe

Das Millennium Tarot ist im Grunde genommen ein Rider-Waite- Klon. Zwar sind alle Karten neu gezeichnet, allerdings stimmen die Kartenbilder mit denen des Rider Waite Tarots überein. Der Unterschied besteht darin, das die Karten mit je einer bedeutenden Persönlichkeit des letzten Jahrtausends in Beziehung gesetzt werden. Natürlich sollte die jeweilige Persönlichkeit zur Kartenbedeutung passen. Das ist in den meisten Fällen auch gelungen. Bei einigen Zuordnungen sehe ich die Beziehung nicht so ganz, aber das ist Ansichtssache.

Auf der Verpackungsschachtel steht, das dieses Tarot die 78 bedeutensten Persönlichkeiten der letzten tausend Jahre zeigt. Nun, das stimmt nicht so ganz. Lediglich die 22 Großen Arkana, die Hofkarten und die Asse nehmen Bezug auf bedeutende Persönlichkeiten. Dabei werden die jeweils dargestellten Figuren des Rider Waite Tarots durch Zeichnungen ersetzt, die diese Persönlichkeiten zeigen, allerdings weitestgehend in der selben Kleidung und Pose, wie beim Rider Waite. Dort, wo dies nicht ging, wird die jeweilige Persönlichkeit durch ein zusätzlich eingebautes Bild dargestellt. So hält z.B. der Gehängte ein Bild von Karl Marx in den Händen und der Teufel sitzt auf einer Kugel, die das Bild von Mozart zeigt. 

Dieses Tarot weist eine recht drollige Besonderheit auf. Die ewige Frage nach der richtigen Plazierung der Karten Kraft und Gerechtigkeit innerhalb der Großen Arkana wurde hier recht "diplomatisch" gelöst. Die achte Große Arkana ist hier die Gerechtigkeit, zeigt aber eine Darstellung, die ganz offensichtlich zur Karte der Kraft gehört. Folgerichtig ist dann die elfte Große Arkana die Kraft (hier Stärke genannt), zeigt aber eine Darstellung, die zur Karte der Gerechtigkeit gehört. Ich halte das Ganze schlicht und einfach für einen Fehler.

Die Karten als solche haben Spielkartengröße und sind von guter Qualität. Auf jeder Karte der Großen Arkana ist oben die traditionelle Kartenbezeichnung angegeben, während am unteren Rand der Name der jeweiligen Persönlichkeit steht. Bei den Hofkarten und den Assen werden die Persönlichkeiten auf den Karten nicht extra genannt. Diese Information kann man aber dem Begleitheft zu diesem Tarot entnehmen. Dieses Begleitheft ist recht dünn und gibt daher die Kartenbedeutungen nur in knapper Form wieder. Eine Legebild wird ebenfalls vorgestellt.    

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Robin Wood Tarot
Robin Wood

In einem weit gefassten Sinn könnte man auch dieses Tarot zu den Rider-Waite-Klonen zählen. Die Kartendarstellungen folgen bis zu einem gewissen Grad der Rider-Waite-Vorlage, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Insbesondere die Hofkarten sind hier viel schöner und ausdrucksvoller gestaltet, wobei die Buben/Pagen, wegen des männlich-weiblichen Gleichgewichts, als Mädchen dargestellt werden. Die gesamte Farbgebung ist um einiges eindrucksvoller, als beim Rider Waite Deck. 

Das Robin Wood Tarot ist - anders als das Rider Waite Tarot - paganistisch ausgerichtet, ohne jedoch eindeutig auf eine bestimmte Richtung oder Auffassung festgelegt zu sein. Christliche oder jüdische Symbolik wurde weitgehend vermieden. Man muss aber nicht unbedingt Pagane sein und/oder der Wicca-Religion angehören, um sich mit diesem Tarot identifizieren zu können, denn es ist so gestaltet, dass es im Grunde genommen zu jeder religiösen Überzeugung "passt". Robin Wood, die Autorin dieses Decks hat das Kunststück fertiggebracht, mit ihren Kartendarstellungen eine bestimmte Richtung zu vertreten und gleichzeitig für alle Richtungen offen zu sein. Dabei wurde die traditionelle Rider-Waite-Symbolik beibehalten aber teilweise so abgewandelt, dass sie paganistischen Überzeugungen gerecht wird, ihren ursprünglichen Symbolwert aber nicht verliert.

Nehmen wir als Beispiel die Karte des Teufels. Grundbedeutung dieser Karte ist, auf auf einen einfachen Nenner gebracht, die Achilles-Ferse, die jeder irgendwo hat, und daraus resultierend bewusste und unbewusste Zwänge und Ängste, etc.. Beim Robin Wood Tarot wurde der Teufel (christlich-jüdische Symbolik) weggelassen. Statt dessen sieht man die beiden normalerweise an den Teufel geketteten Personen, wie sie es einfach nicht schaffen von einer halboffenen Schatztruhe wegzukommen. Die Truhe ist mit Ketten fixiert, kann also nicht mitgenommen werden. Die ganze Szene findet in einem langen düsteren Korridor statt, an dessen Ende sich eine offene Tür befindet, durch die man sehen kann, das es draußen hell und freundlich ist. Die beiden Personen scheinen nicht an der Truhe festgekettet oder sonst wie körperlich mit ihr verbunden zu sein. Sie könnten den Korridor also jederzeit verlassen und ihr ganzer Ausdruck zeigt, das sie nichts lieber wollen als weg von der Truhe. Aber sie schaffen es nicht, ihre materielle Verwurzelung bzw. Fixierung und im übertragenen Sinne ihre Zwänge und Ängste aufzugeben.

Das Robin Wood Tarot ist auch für Anfänger geeignet. Leider ist es bisher in Deutschland noch nicht erschienen, weshalb es etwas schwierig sein kann, ein Exemplar zu bekommen.        

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 Ägyptisches Tarot
Kamilla Szij * Bernd A. Mertz

Besprechung von Rita Hannen

Dieser Tarot besteht nur aus den 22 großen Arkana und gehört zum Buch von Bernd A. Mertz. Herausgegeben wurden er im Verlag Hermann Bauer. Die einzelnen ägyptischen Symbole wurden von Kamilla Szij in schwarzen Strichzeichnungen auf weißem Hintergrund dargestellt. Die hier bräunlichen Erscheinungen sind echtes Blattgold. Leider wurde dem Tarot kein Begleitheftchen beigelegt. Somit ist man doch auf das Buch von B. A. Mertz angewiesen, wenn man die Bedeutung der einzelnen Symbole erforschen möchte.

Die Karten wurden 1988 in der Größe 6 x 10 cm ausgegeben. 

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 Arthurian Tarot
Caitlin Matthews * John Matthews * Miranda Gray

Wie der Name bereits andeutet, hat dieses Tarot die Legende um König Arthur zum Thema. Die Kartenbilder, insbesondere der Großen Arkana und der Hofkarten sind wunderschön. Der schwarze Kartenrand nimmt innen die Form eines romanischen Bogens an, so dass man den Eindruck hat, man schaut durch ein Fenster auf die auf der Karte dargestellte Szene. Um der zugrunde liegenden Artus-Sage auch bei den Kartenbezeichnungen besser gerecht zu werden, wurden die meisten Karten umbenannt. Die Großen Arkana heißen hier Größere Kräfte und die Kleinen Arkana heißen Geringere Kräfte. Die traditionellen Elementbezeichnungen wurden zu Speeren (Stäbe), Gralen (Kelche), Schwertern (Schwerter) und Steinen (Pentakel) umbenannt, wobei jeder  Elementbezeichnung zusätzlich das Wort Hallow (Heiligtum) vorangestellt ist.

Fast alle Großen Arkana, bzw. Größeren Kräfte wurden umbenannt und dem König-Artur-Thema angepasst: Wir finden daher: 

  0 – The Seeker (= der Suchende/Narr)
  1 – Merlin (Magier)
  2 – The Lady of the Lake (= die Dame vom See/Hohepriesterin)
  3 – Guinevere (Herrscherin)
  4 – Arthur (Herrscher)
  5 – Taliesin (Hohepriester)
  6 – The White Hart (= der weiße Hirsch/Liebende)
  7 – Prydwen (Wagen)
  8 – Gawain (Kraft)
  9 – The Grail Hermit (= der Einsiedler des Grals/Eremit)
10 – The Round Table (=der runde Tisch/Rad)
11 – Sovereignty (= Herrschaft/Gerechtigkeit)
12 – The Wounded King (= der verwundete König/Gehängte)
13 – The Washer at the Ford (= der Wäscher an der Furt/Tod)
14 – The Cauldron (= der Kessel/Mäßigkeit)
15 – The Green Knight (= der Grüne Ritter/Teufel)
16 – The Spiral Tower (The Tower)
17 – The Star (Stern)
18 – The Moon (Mond)
19 – The Sun (Sonne)
20 – The Sleeping Lord (= der schlafende Lord/Gericht)
21 – The Flowering of Logres (= die Blüte von Logres (= König Arthurs Reich)/Welt)

Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana sind voll bebildert, zeigen aber hauptsächlich landschaftliche Szenen, manchmal mit Tieren, jedoch niemals mit Menschen. Auf jeder Karte befindet zusätzlich noch das Heiligtum des jeweiligen Elementes.

Auch wenn traditionelle Kartendarstellungen auf den Karten weitgehend fehlen, so sind die Bilder doch recht intuitiv, manchmal sogar tiefsinnig und interpretieren die traditonellen Kartenbedeutungen auf ihre eigene Art. Wer sich für die Legende um Könug Artus und ganz allgemein für die keltische Mythologie interessiert, wird an diesem Deck sicherlich seine Freude haben.

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 Bruegel Tarot
Guido Zibordi Marchesi

Besprechung von Rita Hannen

Eine Folge der protestantischen Reformen im 16. Jahrhundert, u.a. eingeführt von Luther, war die sogenannte Kunstkrise. Die Protestanten waren gegen religiöse Gemälde, was in vielen Ländern für die damaligen Altarbilder-Künstler Arbeitslosigkeit hieß. Eine Ausnahme bildeten nur die Niederlande, da hier eine ausgeprägte Genremalerei (ausgeprägte Darstellungen des täglichen Lebens und der Natur) existierte. 

Pieter Bruegel, *1525 Breda/ †1569 Brüssel, war ein großer flämischer Meister dieser Kunstrichtung. Nach ihm ist dieses Tarot benannt worden, da auf allen Karten Darstellungen in seinem Malstil abgebildet sind und die das Motto: „Die Großen fressen die Kleinen" beinhalten. Auch haben alle Karten entweder alten Volksweisheiten oder biblischen Texten entnommene Allegorien zum Thema. Verbindet man die traditionelle Tarot-Symbolik mit den Bedeutungen der Sprichwörter so wird das vorhandene Spektrum der Deutungsmöglichkeiten um ein Vielfaches erweitert.

Der Maler Guido Zibordi Marchesi hat sich nach sorgfältiger historischer und ikonographischer Recherche von Pieter Bruegel inspirieren lassen und hat dieses eindrucksvolle Tarot erschaffen, das aus 78 Karten in der Größe von 6,5 x 12 cm besteht.         

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 Dante Tarot
Giordano Berti * Andrea Serio

Besprechung von Rita Hannen

Der Autor dieses Tarots, Giordano Berti, hat sich vom Leben und Werk des Poeten Dante, *1265 Florenz/†1321 Ravenna, inspirieren lassen, und zwar insbesondere von den Werken "Das neue Leben", "Das Gastmahl" und "Die Göttliche Komödie". Der Künstler Andrea Serio, der zu den vielversprechenden jungen Künstlern unserer Zeit zählt, hat die Bearbeitung des Tarots in Pastellfarben realisiert.

Der Hintergrund der Karten ist in schwarzer Farbe gehalten, wodurch die Pastellfarben hervorgehoben werden. Zum künstlerischen Wert dieses Tarots kann man die Neuerungen einiger Symbole zählen. Bei den Kleinen Arkana wurden zur Anpassung an die Thematik Dantes die vier traditionellen Farben geändert. Die Stäbe sind hier Ziegel, die Schwerter sind Flammen, die Münzen sind Wolken und die Kelche sind Lichter. Bei den Großen Arkana sind die traditionellen Gestalten des Tarots wieder aufgenommen und nur teilweise abgewandelt worden, um sie dem Inhalt von Dantes "Gastmahl" anzupassen.

Das Tarot besteht aus 78 Karten und ist in der Größe 6,5 x 12 cm erhältlich.

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