1JJ Swiss Tarot
Johann Müller

Das 1JJ Swiss Tarot gehört zu den Klassikern unter den Tarots. Anders, als der Name vermuten lässt, stammt es ursprünglich nicht aus der Schweiz, sondern aus Frankreich. Es handelt sich um ein sogenanntes Tarot de Besançon. Diese Tarots ähneln zwar dem Tarot de Marseille, sind jedoch nicht mit diesem identisch, denn es gibt ein paar Unterschiede. So finden wir hier z.B. anstelle der Päpstin (Hohepriesterin) und des Papstes (Hierophanten) die römischen Gottheiten Juno und Jupiter, beide mit ihren Symboltieren, dem Pfau und dem Adler. Hierher kommt auch der Name JJ. Das "JJ" steht für "Junon Jupiter". Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Karten sollen eifernde Christen, sowohl Katholiken, als auch Protestanten, gegen die Darstellung einer Päpstin und eines Papstes auf den Karten massiv protestiert haben. Die Motivationen waren bei beiden Konfessionen zwar unterschiedlich, im Ergebnis blieb sich das jedoch gleich. Daher wurden die fraglichen Darstellungen durch römische Gottheiten ersetzt. 


Im rätoromanischen Teil des Schweizer Kantons Graubünden ist dieses Deck bis heute unter der Bezeichnung "Troccas-Karten" bekannt, mit denen an einigen Orten das Spiel Troccas gespielt wird. Daher kommt auch der Zusatz "Swiss" im Namen dieses Tarots. Bei "Troccas" handelt es sich um eine örtlich verbreitete Variante des Tarock-Spiels, was wiederum nichts anderes ist, als das Kartenspiel Tarot. Und so bedeutet denn auch "Troccas" nichts anderes, als "Tarot".

Wie auch beim Tarot de Marseille sind die Zahlenkarten der Kleinen Arkana bei diesem Tarot nicht voll bebildert, sondern zeigen nur ihr jeweiliges Elementsymbol in entsprechender Anzahl. Die Kartendarstellungen als solche sind, meines Erachtens, schöner und ansprechender, als beim Tarot de Marseille. Dafür fehlen allerdings auf einigen Karten traditionelle Symbole, wie z.B. der Hund auf der Karte des Narren. Das Deck war noch bis in die 90iger Jahre des 20. Jahrhunderts recht gut verbreitet, ist jedoch inzwischen nicht mehr so leicht zu bekommen.  
   

Siehe hierzu auch: Tarotgeschichte, sowie Tarot de Marseille, Tarot Classic, Lombardisches Tarot, Ancient Tarot of Lombardy, Ancient Tarot of Liguria-Piedmont, Ancient Tarot of Bologna, Visconti Sforza Tarot und Sola Busca Tarot.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Das kleinste Tarot der Welt
Antonio Lupatelli

Kommentar von Rita Hannen

Dieses "Mini-Tarot" besteht nur aus den Karten der 22 großen Arkana und jede Karte ist wirklich nicht größer als 1,4 x 2,2 cm.

Die bunten Bilder stellen Zwerge und Gnome dar. Lediglich der Magier fällt aus dem Rahmen. Er wird hier als Flickschuster bezeichnet.

Bei der Größe versteht es sich wohl von selbst, dass dieses Tarot für den normalen Gebrauch ungeeignet ist. Es ist einfach nur "niedlich". Von seiner "Größe" her ist es allerdings einmalig und kann daher als Sammlerstück betrachtet werden.        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Manara Tarot
Milo Manara

Kommentar von Rita Hannen

Der Künstler Milo Manara hat bei diesem Tarot die Erotik in den Vordergrund gestellt. So sind alle 78 Karten, in der Größe 6,5 x 12 cm, zwar mit eindeutigen Szenen versehen, die aber nicht abstoßend sind.

Lässt man die Erotik einmal außer Betracht, fallen einem die zusätzlichen astrologischen Symbole auf, die auch auf jeder Karte vorhanden sind.

Milo Manara hat ein Tarot geschaffen, das die Kartenlegekunst mit Erotik verbindet. Das mag vielleicht für viele Tarotisten befremdlich wirken, aber auch dieses Tarot dürfte seine Anhänger finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Tarot Nova
Julie Paschkis * Dennis Fairchild

Die Karten des Tarot Nova sind für Tarotkarten relativ klein. Die Kartendarstellungen orientieren sich zumindest teilweise an den traditionellen Kartenbildern des Rider Waite, drücken die damit verbundene Symbolik jedoch in stark vereinfachter Art und Weise aus. Auf den ersten Blick wirkt dieses Deck schon etwas befremdlich. Auf den zweiten Blick merkt man dann aber schon, dass die Einfachheit der Bilder täuscht und die Symbolik teilweise sogar recht tiefgründig ist. Anfängern würde ich dieses Deck jedoch nicht empfehlen. Das Tarot Nova ist eher für Fortgeschrittene Tarotisten geeignet oder ganz einfach nur als Sammlertarot.         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Tarot Quattro
Valerie Sim

Auf den Kartenbildern des Tarot Quattro sind sind jeweils vier verkleinerte Bilder aus vier (italienisch: quattro) verschiedenen Tarots zu sehen. Bei diesen Tarots handelt es sich um das Rider Waite Tarot, das Ägyptische Tarot, das Tarot der Ursprünge und das Tarot de Marseille. Dieser Einfall wirkt zuerst einmal recht sinnvoll, denn so hat man bei der Arbeit mit diesem Deck gleich vier verschiedene Tarotillustrationen und ihre Symbolik zum Vergleich. In der Praxis hat sich dies jedoch als ungünstig und eher verwirrend erwiesen, insbesonder für Tarot-Neulinge, weshalb dieses Deck für Anfänger auch nicht zu empfehlen ist. Fortgeschrittene Tarotisten und Profis könnten aber durchaus einigen Nutzen aus der Sache ziehen.        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ri-Ca Tarot
Rita Hannen

Dieses Tarot von Rita Hannen ist das erste Tarot mit dreieckigen Karten. Das allein deutet schon darauf hin, dass wir hier kein traditionelles Tarot vor uns haben. Dem entsprechend fehlt natürlich auch die traditionelle Symbolik. Der Schwerpunkt dieses Decks liegt auf der astrologischen Seite des Tarot. Die Karten zeigen daher auch überwiegende astrologische Symbolik, die in der Regel um ein Zentrum gruppiert ist, welches mit zumindest einer Darstellung auf die traditionelle Kartenbezeichnung- bzw. symbolik hindeutet. Allerdings sind diese kleine Darstellungen etwas komikhaft.

Das Ri-Ca Tarot ist bisher noch nicht veröffentlicht.