| Tarot de la
nature Spoek |
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Der Titel dieses aus Frankreich stammenden Tarots verspricht leider mehr, als er hält. Der französische Titel "Tarot de la nature" bedeutet auf Deutsch "Tarot der Natur". Das Deck ist jedoch sehr einfach gehalten und erinnert weitaus mehr an Spielkarten, als an Tarotkarten. Auf den Großen Arkana befindet sich jeweils in der Mitte ein Bild, welches eine Szene aus der Natur zeigt, wie z.B. einen Regenbogen über dem Meer, einen Wasserfall, einen nächtlichen Wald, die Wüste, eine Insel, einen Tornado oder einen Eisberg u.ä.. Die Kartenbezeichnungen fehlen. Die Großen Arkana sind lediglich mit römischen Ziffern bezeichnet. Der Narr trägt überhaupt keine Zahl, sondern ist durch einen Stern gekennzeichnet. Das Kartenbild dieser Karte zeigt einen weißen Kopf vor einem farbigen Hintergrund. Die Hofkarten erinnern stark an Spielkarten und sind wie diese mit den Buchstaben "R" (für roi = König), "D" (für dame = Dame), "C" (für chevalier = Ritter) und "V" (für valet = Knecht) gekennzeichnet. Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana sind ganz einfach Spielkarten. Es handelt sich um weiße Karten mit den Spielkartensymbolen Kreuz, Herz, Pik und Karo, wo bei die Kreuz- und Piksymbole schwarz und die Herz- und Karosymbole rot sind. Man könnte das Tarot de la nature in der Tat für ein Deck zum Zwecke des in Frankreich noch immer sehr beliebten Tarockspieles halten, wenn da nicht das kleine Begleitheft wäre, welches in französischer und englischer Sprache die Kartenbedeutungen erklärt und einige Legebilder angibt. Außerdem befindet sich auf der Schachtel die Zusatzbezeichnung "Tarot Divinatoire", was die Karten eindeutig als ein Tarot zu Wahrsagezwecken ausweist. Fazit: als Sammlertarot ist dieses Deck ganz nett. Die kleinen Bilder des französischen Künstlers Spoek sind wirklich sehr ansprechend. Leider sieht man nicht allzu viel davon, weil sie so klein sind. Zum Arbeiten ist dieses Deck jedoch nur für sehr erfahrene Kartenleger geeignet. |
| Shapeshifter
Tarot D.J. Conway * Sirona Knight * Lisa Hunt |
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Der englische Ausdruck "Shapeshifter" bedeutet so viel, wie "Gestaltwandler". Dieses vor allem von der Bildgestaltung her beeindruckende Tarot zeigt auf allen Karten Menschen, deren Körper teilweise fließend in eine Tiergestalt übergeht. Dabei ist das jeweilige Tier ein Symbol für die Seele, bzw. das Wesen der dargestellten Person. Das Shapeshifter Tarot basiert auf dem Glauben an die Fähigkeit bestimmter Menschen, sich in eine Art Totemtier zu verwandeln, wie es in vielen Legenden shamanistischer Kulturen berichtet wird. Hier wird jedoch speziell Bezug genommen auf den Glauben an das Gestaltwandeln bei den alten keltischen Völkern. Unabhängig davon, ob man nun an eine reale Verwandlung eines Menschen in ein Tier glaubt oder ob man darin in erster Linie einen symbolischen Vorgang sieht, immer hat die Gestaltwandlung etwas zu tun mit dem Wesen und/oder dem (angestrebten) Entwicklungsstand der sich verwandelnden Person. Leider gibt es dieses Tarot bisher nur in englischer Sprache. Es ist als Set mit Buch erhältlich, wobei das Buch zum Verständnis der Kartenbedeutungen zwar nicht unbedingt notwendig, aber doch sehr hilfreich ist. Statt der traditionellen 22 Großen Arakana (0 - 21) verfügt das Shapeshifter Tarot über 25 Große Arkana (0 - 24). Die Bezeichnungen der Großen Arkana wurden entsprechend dem Wesen des Shapeshifter Tarots größtenteils verändert: 0 - Initiation (Initiation), 1 - Sorcerer (Zauberer), 2 - Sorceress (Zauberin), 3 - The Mother (Die Mutter), 4 - The Father (Der Vater), 5 - Knowledge (Wissen), 6 - The Lovers (Die Liebenden), 7 - Power (Macht), 8 - Courage (Tapferkeit), 9 - The Seer (Der Seher), 10 - The Circle (Der Kreis), 11 - Nature (Natur), 12 - The Shapeshifter (Der Gestaltwandler), 13 - Rebirth (Wiedergeburt), 14 - Balance (Ausgleich), 15 - Choice (Wahl), 16 - The Serpent (Die Schlange), 17 - The Star (Der Stern), 18 - The Moon (Der Mond), 19 - The Sun (Die Sonne), 20 - Transcendence (Transzendenz), 21 - The Double (Der Doppelgänger), 22 - The Journey (Die Reise), 23 - The Dreamer (Der Träumer), 24 - Oneness (Einheit). Auch bei den Kleinen Arkana wurden Änderungen vorgenommen. Diese orientieren sich an der Ritualarbeit des Magischen Kreises der Gwyddonic Druid Tradition, was zur Folge hat, dass die Elementsymbolik des Feuers und der Luft vertauscht erscheinen: dem Symbol der Stäbe wird das Element Luft und dem Symbol der Schwerter das Element Feuer zugeordnet. Die Karten der Kleinen Arkana sind je Element von 1 - 14 durchnummeriert, wobei die Karten 11 - 14 den Hofkarten entsprechen. Diese werden nicht als die traditionellen Bube, Ritter, Königin und König bezeichnet, sondern als Seeker (Sucher), Warrior (Krieger), God (Gott) und Goddess (Göttin). Die Positionen von Königin/Göttin und König/Gott sind vertauscht, wodurch die Göttin/Königin in gewisser Weise über den Gott/König gestellt wird. Zusätzlich wird jede Hofkarte mit einer Gestalt aus der keltischen Mythologie identifiziert deren Name aber nicht auf den Karten aufgedruckt, sondern nur im Buch angegeben wird. So wird beispielsweise der Krieger der Luft, welcher nach der traditionellen Bezeichnung der Ritter der Stäbe wäre (Achtung, Elementvertauschung, s.o.), durch den walisischen Barden Taliesin verkörpert. Auf den Zahlenkarten befinden sich Deutungsstichworte, die teils den traditionellen Grundbedeutungen entsprechen, teils aber auch von diesen abweichen. Die Asse haben eigene Bezeichnungen. Das Ass der Stäbe (hier: Luft) trägt den Titel "The Four Winds" (Die vier Winde), das Ass der Schwerter (hier: Feuer) wird als "The Sacred Flame" (Die heilige Flamme) bezeichnet, das Ass der Kelche heisst "The Well" (Das Gute) und das Ass der Pentakel ist "The Garden" (Der Garten). Das Buch ist recht ausführlich und bietet neben den Kartenerklärungen noch mehrere Legebilder. Im Appendix werden zudem die traditionellen Kartenbezeichnungen und die Kartenbezeichnungen des Shapeshifter Tarots gegenüber gestellt. |
| Llewellyn
Tarot Anna-Marie Ferguson |
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Das Llewellyn Tarot ist eine weiteres Werk von Anna-Marie Ferguson, die bereits mit dem Avalon Tarot eines der beliebtesten Tarotdecks geschaffen hat. Der Name dieses wunderschönen Tarots ist identisch mit dem Namen des Verlages, der die Karten herausgegeben hat: Llewellyn Publications, USA. Dieses Deck ist nicht nur ein weiteres Deck, welches auf den alten keltischen Mythen basiert, sondern außerdem noch eine Hommage an die walisische Heimat des Verlagsgründers, der vor hundert Jahren aus Wales in die USA auswanderte und dort einen der erfolgreichsten amerikanischen Verlage gründete. Die Kartenbilder sind herrlich. Die Farbgebung ist intensiver, als beim Avalon Tarot, was dem Deck nur zum Vorteil gereicht. In Bezug auf die symbolischen Darstellungen hat sich Ferguson an der Rider-Waite Tradition orientiert, wobei man sagen muss, dass die künstlerische Umsetzung der Rider-Waite-Symbolik bei einigen Darstellungen die Kartenbedeutung vertieft, bzw. noch klarer herüberbringt, als das bei Rider-Waite der Fall ist. Daher kann das Llewellyn Tarot auch Anfängern empfohlen werden. Zwar ist das Deck in deutscher Sprache nicht erhältlich, doch aufgrund seiner Rider-Waite-Orientierung kann praktisch jedes gute Tarotbuch für das Llewellyn Tarot herangezogen werden. Natürlich sind alle Karten voll bebildert und tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen. Nur bei den Großen Arkana gibt es, im Hinblick auf die dem Deck thematisch zugrunde liegende Welt der alten Kelten, ein paar kleinere Abänderungen bei den Kartennamen. So heißt die Hohepriesterin hier einfach nur Priesterin, die Welt wird als "Universum" bezeichnet und der Teufel wurde in "Der Gehörnte" umbenannt. Die Kartenbilder der Großen Arkana zeigen Gottheiten und mythische Personen aus der keltisch-walisischen Mythologie, während die Kartenbilder der Kleinen Arkana sich mehr auf das tägliche Leben der walisischen Kelten beziehen. Das von Anna-Marie Ferguson selbst geschriebene Begleitbuch erklärt jede Karte und ihre Darstellung, sowie, bei den Großen Arkana, die zugrunde liegenden Mythen. Überflüssig zu sagen, dass dieses Deck in keiner Tarotsammlung fehlen sollte. Nur schade, dass es von Deutschland aus so schwer zu bekommen ist. Eine deutsche Ausgabe ist nicht in Sicht und - wie bei den meisten von Llewellyn herausgegebenen Tarots - auch wohl nicht geplant. |
| Manga Tarot Grecian Eudaemon Tarot Selena Linn * Gilly Smith |
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Der Name sagt es bereits. Bei diesem Deck handelt es sich um ein Tarot im Stil der Manga-Comics. Gezeichnet wurden die Karten von Selena Linn, der beliebtesten Cartoon-Zeichnerin Taiwans. Das Manga Tarot wurde hauptsächlich für jugendliche Tarotinteressierte konzipiert. Es ist als Deck mit Buch in einer recht schönen Aufbewahrungsschachtel erhältlich. Den oberen Teil mit dem kleinen Buch kann man seitlich heraus klappen. Darunter befinden sich dann in zwei Einbuchtungen die Karten. Diese sind ungewöhnlich schmal, vermutlich in Anlehnung an die schmale, lange Hochrechteckform ostasiatischer Spielkarten. Die Darstellungen der farblich sehr schön gestalteten Karten orientieren sich am Rider Waite Tarot. Allerdings sind die Zahlenkarten nicht voll bebildert, sondern zeigen nur das jeweilige Elementsymbol in entsprechender Anzahl. Die traditionellen Kartenbezeichnungen wurden beibehalten. Jedoch erfolgte die Nummerierung der Großen Arkana mit arabischen Ziffern, während die Zahlen der Kleinen Arkana ausgeschrieben wurden. Das Begleitbuch richtet sich sprachlich und inhaltlich an junge Mädchen im Teenageralter. Nichtsdestotrotz ist es ein für diese Zielgruppe recht brauchbares und informatives kleines Tarotbuch. Gut, einige Behauptungen erscheinen etwas zweifelhaft, so z.B. die Angabe, dass das Tarot bereits seit über 5000 (!) Jahren sehr beliebt und nur ein Hilfsmittel ist, um in die Zukunft zu schauen. Aber darüber kann man hinwegsehen. Wichtiger ist, dass die Kartenbedeutungen recht gut und "teenagergerecht" erklärt werden, und zwar sowohl für aufrecht, als auch für umgekehrt fallende Karten. Selbst astrologische Zuordnungen und Hinweise auf numerologische Zusammenhänge fehlen nicht. Bemängeln könnte man evtl., dass sich einige der Kartenerklärungen doch etwas weit von der esoterischen Grundbedeutung entfernen, doch darf man dabei nun einmal nicht vergessen, dass die Zielgruppe für dieses Tarot im Durchschnitt zwischen 10 und 17 Jahre alt ist. Neben den Kartenbedeutungen werden vier verschiedene Legebilder von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad vorgestellt, darunter das Keltische Kreuz. Außerdem wird das Mischen der Karten gut verständlich beschrieben. Selbstverständlich ist das Manga Tarot nicht ausschließlich für Teenager geeignet. Auch Tarotisten, deren Teenagerzeit längst hinter ihnen liegt könnten sich durchaus mit diesen Karten anfreunden. Und natürlich ist ein Tarot, welches für Tarotnovizen im Teenageralter konzipiert wurde, auch für alle anderen Anfänger geeignet. |
| Universal Wirth Tarot Oswald Wirth * Eudes Picard Giordano Berti * Stefano Palumbo * Pietro Alligo |
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Das Universal Wirth Tarot wurde auf nach dem berühmten Tarot von Oswald Wirth (1860 - 1943) gestaltet. Das historische Oswald Wirth Tarot bestand nur aus den 22 Großen Arkana, da Oswald Wirth der Meinung war, dass das Tarot ursprünglich nur aus den Karten bestand, die wir heute als die "Großen Geheimnisse" bezeichnen und dass die Kleinen Arkana erst später hinzugefügt wurden und daher nicht original seien. Heute ist diese Auffassung nicht mehr haltbar. Daher wurde bereits die Neuauflage des historischen Oswald Wirth Tarots, die bis heute nur von AGM (Carta Mundi) und U.S. Games Systems herausgegeben werden darf, um die Hofkarten und die Zahlenkarten ergänzt. Diese waren jedoch nicht bebildert, sondern zeigten, wie es zu Wirth's Zeiten üblich war, lediglich das jeweilige Elementsymbol in entsprechender Anzahl. Das von Lo Scarabeo/Königsfurt-Urania herausgegebene Universal Wirth Tarot richtet sich bei der Gestaltung der Großen Arkana nach der Vorlage des historischen Oswald Wirth Tarots. Um die Hofkarten und die Zahlenkarten der Kleinen Arkana möglichst im Geiste Wirth's ergänzen zu können, griff man auf das Manuel synthétique et pratique du Tarot (erschienen 1909) des Astrologen und Tarotisten Eudes Picard zurück. Picard war ein Zeitgenosse von Wirth und es ist bekannt, dass Oswald Wirth dessen Auffassungen in Bezug auf die Symbolik des Tarots und dessen hermetisch-alchemistischen Inhalte zumindest größtenteils teilte. Daher kann man davon ausgehen, dass Wirth selbst, wenn er auch der Ansicht war, dass die Kleinen Arkana ursprünglich gar nicht zum Tarot gehörten, mit der Ergänzung dieser Karten auf der Grundlage von Picard's Tarotdarstellungen zumindest in Bezug auf die Symbolik und ihre Bedeutung weitgehend übereinstimmen würde. Man kann die nach Picard gestalteten Kleinen Arkana des Universal Wirth Tarots nur schwerlich als unbebildert bezeichnen. Andererseits sind sie auch nicht vollständig bebildert im Sinne von szenischen Darstellungen. Statt dessen zeigen die Karten, zusätzlich zu den jeweiligen Elementsymbolen, weitere, teils astrologische, teils bildhaft verkörpernde Symbole, die im Zusammenhang mit Tarot - insbesondere zur Zeit Picards' - seltener anzutreffen sind, aber die Kartenbedeutung recht gut wiederspiegeln. Auffällig ist, das der Astrologe Picard die Bedeutung der Elemente Wasser und Luft vertauscht. Nach seiner Auffassung ist die Luft das Element, welches das Emotionale, die Psyche und den Geist reprästentiert, währende das Wasser das Element ist, welches für die Vernunft und den Intellekt steht. Das Auftauchen der astrologischen Symbole der zum Wasser- bzw. Lufttrigon gehörenden Tierkreiszeichen auf Karten, die wir heute dem jeweils anderen Element zuordnen, wirkt daher zu Anfang etwas verwirrend. Allerdings habe ich selbst festgestellt, dass man beim Arbeiten mit diesen Karten, die Symbolik dieser Zeichen durchaus im traditionellen astrologischen Verständnis auf den Karten des komplementären Elements deuten kann. Das kleine Begleitheft zu diesem Tarot ist, wie immer, fünfsprachig und bietet daher, wie immer, leider nur wenig Raum für ausführlichere Kartenerklärungen. Die stichwortartigen Deutungsangaben zu den Großen Arkana orientieren sich mehr an Wirth, die Deutungsangeben zu den Kleinen Arkana dagegen mehr an Picard. Insgesamt gesehen ist das Universal Wirth Tarot ein sehr interessantes Deck, insbesondere für fortgeschrittene und erfahrene Tarotisten. Für Anfänger ist es, aufgrund der verwirrenden astrologischen Darstellungen und Zuordnungen, nicht so gut geeignet. Siehe auch den Kommentar zum Oswald Wirth Tarot. Zu Oswald Wirth siehe auch Tarotgeschichte, Teil 5. |