Tarot des Golden Dawn - Golden Dawn Tarot
Robert Wang

Dieses Tarot wurde nach Anleitung von Israel Regardie erstellt. Israel Regardie, der 1907 geboren wurde, hat den Golden Dawn selbst nicht mehr kennen gelernt. Von 1928 bis 1931 war er jedoch Crowley's Sekretär. 1934 trat er dem Golden-Dawn-Nachfolgeorden Stella Matutina bei. Er starb 1983.

Bei diesem Deck soll es sich um das einzige Tarot handeln, welches wirklich weitestgehend der Originalvorlage des Golden Dawn entspricht. Das echte Golden Dawn Tarot wurde nie veröffentlicht. Angeblich soll es von MacGregor Mathers selbst nach umfangreichen Studien entworfen worden sein. Mit dem Erreichen eines bestimmten Grades im Orden wurden die Karten dem jeweiligen Mitglied leihweise übergeben und mussten von diesem dann selbst abgezeichnet und koloriert werden. So soll denn auch das heute erhältliche Tarot des Golden Dawn nach Zeichnungen, die Israel Regardie selbst nach der Originalvorlage gemacht hat, erstellt worden sein. Drei weitere Mitglieder des Ordens veröffentlichten eigene Tarots. Zwei davon, das Rider-Waite Tarot von A.E. Waite/Pamela Colman-Smith und das Thoth Tarot von Aleister Crowley/Frieda Harris zählen heute zu den bekanntesten Tarots weltweit. Das dritte Deck wurde von Paul Foster Case veröffentlicht, der ebenfalls dem Golden Dawn angehörte. Er leitete die Ortsgruppe von New York. Sein B.O.T.A.-Tarot ähnelt im wesentlichen dem Rider-Waite Deck. Angeblich sollen die Tarots von Waite, Crowley und Case die wahren Tarotlehren des Golden Dawn nur verschleiert oder teilweise verfälscht darstellen, wobei Crowley noch die meisten Elemente der ursprünglichen Inhalte eingearbeitet haben soll. Nachprüfen lässt sich das natürlich nur schwer bis gar nicht. Allerdings weichen die Bilder der großen Arkana des Golden Dawn Tarots teilweise ziemlich von den Darstellungen ab, die wir seit Waite und Crowley als traditionell bezeichnen. Von den Karten dieses Decks sind nur die Großen Arkana und die Hofkarten voll bebildert. Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana weisen jedoch auch ohne Bildszenen einiges an Symbolik auf. Dieses Tarot ist sowohl als Einzeldeck, als auch im Set mit Buch erhältlich.

Siehe auch: Astrologie und Tarot, Geschichte der Dekane, sowie: Tarotgeschichte, Teil 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Barbara Walker Tarot
Barbara Walker

Barbara Walker hat nicht nur umfassende Tarot-Studien betrieben, sondern sich auch intensiv mit alten Mythen und Religionen auseinander gesetzt. Beides vereinigt sie in ihrem Tarot. Die Karten des Decks werden mit alten Mythen und/oder Gottheiten und deren zugrunde liegenden Bedeutungen verbunden, bzw. erklärt. Barbara Walker hat zudem mehrere Bücher geschrieben, in denen sie die Ergebnisse ihrer jahrzehntelangen Forschungen über die alten Religionen und Mythen der Welt darlegt. Dadurch ist dieses Tarot auch eine kleine Zusammenfassung alter, teilweise vergessener Religionsinhalte. Ihr Buch "Die Geheimnisse des Tarot" gibt Aufschluss über die tieferen Bedeutungsinhalte der einzelnen Karten. Barbara Walker hat außerdem das Lexikon "The Women's Encyclopedia of Myths and Secrets" verfasst, welches in Deutschland unter dem Titel "Das geheime Wissen der Frauen" im Jahre 1995 erstmals erschienen ist. Dieses umfangreiche, sehr gut recherchierte Werk zeugt von langen, intensiven Studien und ist in seiner Art einzigartig.

Die Karten dieses Decks sind etwas kleiner als üblich und dadurch sehr handlich. Alle Karten sind voll bebildert. Die Großen Arkana tragen die traditionellen Bezeichnungen. Auch die Hofkarten tragen die traditionellen Bezeichnungen, werden aber noch zusätzlich mit Gottheiten oder mystischen Gestalten aus verschiedenen Kulturen und Epochen verbunden. Auf den Zahlenkarten der Kleinen Arkana befindet sich am oberen Kartenrand je ein Stichwort als Deutungshilfe. Alle Kartenbezeichnungen und Deutungshilfen sind in fünf Sprachen angebeben: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch. Die Karten sind ansprechend und farblich eindrucksvoll gestaltet. Ein Deck mit dem es auch Anfänger versuchen können. Leider ist es nicht oft erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarot der Weisen Frauen - Tarot of the Old Path
Sylvia Gainsford * Howard Rodway

Dies ist ein schönes, recht gelungenes Tarot, welches meist nur im Set mit Buch, seltener als Einzeldeck erhältlich ist. Das Tarot der Weisen Frauen bezieht sich auf die Traditionen der Wicca-Religion. Acht bekannte Personen der Wicca-Bewegung haben an der Entstehung des Decks und des Begleitbuches als Berater mitgewirkt. 

Alle Karten sind voll bebildert, tragen aber nicht immer die traditionellen Bezeichnungen. So heißt der Eremit in diesem Deck "Der Weise", der Tod heißt "das Ende", der Mond heißt "Illusion", der Teufel heißt "Die Versuchung", u.s.w. Die Zahlenkarten der kleinen Arkana sind unterteilt in Stäbe, Kessel, Schwerter und Pentagramme. 

Natürlich muss man nicht unbedingt der Wicca-Religion verbunden sein, um mit diesem Tarot zu arbeiten. Ein wenig Kenntniss von der Symbolik der Neuen Hexen sollte man aber schon haben, obwohl das Begleitbuch, welches dem Set beiliegt, recht ausführlich ist. Als Einzeldeck ist dieses Tarot nur jemandem zu empfehlen, der über fundiertes Wicca-Wissen verfügt. Für Anfänger ist das Tarot der Weisen Frauen nur dann zu empfehlen, wenn auch hier ausreichende Wicca-Kenntnisse vorhanden sind, bzw. wenn man dieser Religion selbst angehört. Aber auch dann sollte eher zu dem Set, als zu dem Einzeldeck gegriffen werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cat People Tarot - Tarot of the Cat People
Karen Kuykendall

Die Autorin des Tarots ist nicht nur eine große Katzen-Freundin, sondern auch eine Science-Fiction-Anhängerin. Beides kommt in diesem Deck zum Ausdruck. Ähnlich wie beim Einhorn-Tarot erscheinen auch hier auf jeder Karte eine oder mehrere Katzen. Anders aber, als beim Einhorn-Tarot, haben die Katzen hier eine bestimmte Bedeutung, die man dem recht umfangreichen Begleitheftchen entnehmen kann. Das gesamte Deck ist in eine Geschichte aus den "fünf Königreichen der äußeren Regionen" eingewoben. Die Karten sind sehr schön und farblich ansprechend gestaltet, aber möglicherweise nicht jedermanns Sache. Alle Karten sind voll bebildert und tragen die traditionellen Bezeichnungen. Allerdings heißt die 20. Große Arkana hier "Verjüngung". Wer Katzen und/oder Science Ficition liebt, wird dieses Deck nicht mehr missen wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarot der Goldenen Morgenröte oder Elfenzauber Tarot
Giacinto Gaudenzi

Dieses Deck erscheint hier unter zwei verschiedenen Namen, da es demnächst zu einer Neuauflage mit neuem Namen kommen soll. Der urpsrüngliche Name lautet "Tarot der Goldenen Morgenröte". Dies ist eine Übersetzung des italienischen Original-Titels. Dieser Name soll bei der Neuauflage in "Elfenzauber Tarot" geändert werden. Beide Namen passen hervorragend zu diesem ansprechenden Tarot, welches etwas an das Elfen Tarot von Lorenzo Tesio erinnert (siehe dort). Es gibt aber viele Unterschiede zwischen den beiden Decks, so dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. 

Der Name dieses Tarots wurde wohl nicht von ungefähr gewählt. "Goldene Morgenröte" ist die Übersetzung von "Golden Dawn" und einige Karten dieses Tarots zeigen auch deutlich, daß der Autor das Deck des Golden Dawn zum Vorbild genommen hat. So sind z.B. auf den Karten der Könige, Königinnen und Ritter astrologische Symbole zu sehen, die auf das System des Golden Dawn weisen. Man muss allerdings genauer hinsehen, um diese Symbole zu erkennen, denn sie sind sehr gut in das Gesamtbild eingearbeitet. Auch sonst zeigen die Karten einen reichhaltigen Symbolismus, der nicht immer auf Anhieb zu erkennen ist. Die Großen Arkana und die Hofkarten sind voll bebildert, während die Zahlenkarten der Kleinen Arkana nur das Symbol ihres jeweiligen Elements in entsprechender Anzahl zeigen. Aber auch hier sind, je nach Bedeutung der Karte, Unterschiede zu erkennen. Lediglich die Vierer der Zahlenkarten zeigen ein zusätzliches kleines Bild. Sehr schönes, empfehlenswertes Tarot, das auch für Anfänger geeignet ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meister Tarot - Tarot of the Master
Mario Montano * Amerigo Folchi

Es ist ziemlich schwierig, über dieses Deck eine Beurteilung abzugeben. Die Reaktionen auf das Meister Tarot können teilweise sehr gegensätzlich sein. Die einen sind hellauf begeistert, die anderen eher das Gegenteil. Das Meister Tarot bezieht sich auf die Lebensgeschichte Jesu. Vorbilder für die künstlerische Gestaltung waren verschiedene Maler, wie z.B. Van Gogh, Picasso, Grant Wood oder Michelangelo. Jede der 78 Karten ist, für sich genommen, ein kleines Kunstwerk. Betrachtet man aber das Deck als Ganzes, so kann der Eindruck eines stilistischen Gemisches entstehen, was als störend empfunden werden kann. Keine der 78 Karten trägt eine traditionelle Bezeichnung. Es gibt zwar beispielsweise einen Hohepriester, allerdings gehört er hier zu den Hofkarten. Das Deck ist in 22 Große Arkana, 16 Hofkarten und 40 Zahlenkarten unterteilt, jedoch fehlt die Unterteilung in die vier Elemente völlig. Die 40 Zahlenkarten sind von 1 bis 40 durchnummeriert. Jede Karte trägt eine Bezeichnung in deutscher und englischer Sprache. Das Meister Tarot ist nur im Set mit Buch erhältlich. Es ist ein Tarot, das insbesondere für spirituelle Erfahrungen gut geeignet ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarot der Engelmächte
Rosemary E. Guiley * Robert M. Place

Dieses Deck ist ziemlich enttäuschend. Ein Tarot, das sich auf Engel bezieht - was hätte man nicht alles daraus machen können. Leider bleibt das Deck hinter dem zurück, was sein Titel zu versprechen scheint. Alle Großen Arkana zeigen das Bild eines Engels. Die Kartenbezeichnungen sind in der Mehrheit Engelnamen, wobei ein paar dieser Namen konstruiert erscheinen, wie z.B. Fortitudo (Arkana XI) und Temperantia (Arkana XIV), die letztendlich nichts weiter sind, als die traditionellen Kartenbezeichnungen dieser Karten auf Lateinisch. Die Hofkarten tragen die normalen Skatkarten-Bezeichnungen, wie Karo Königin oder Herz König. Die Kleinen Arkana tragen auf den Karten gar keine Bezeichnungen. Sie sind auch nicht voll bebildert, sondern zeigen je soviel kleine Engel, wie es dem Zahlenwert der Karte entspricht. Das Deck ist nur im Set mit Buch erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mantegna Tarot
unbekannter Verfasser * Atanas Atanassov

Das Mantegna Tarot  wurde früher auch als Carte di Baldini bezeichnet. Benannt ist dieses wunderschöne Deck nach dem venezianischen Maler Andrea Mantegna (1431 - 1506), dem es lange Zeit zugeschrieben wurde. Inzwischen geht man allerdings davon aus, daß die Karten nicht von ihm selbst gemalt wurden. Die Originale der Karten sollen ungefähr um 1460 - 1470 entstanden sein, möglicherweise in Ferrara. Damit gehört das Mantegna Tarot zu den ältesten Tarots. Der wahre Künstler ist, nachdem Mantegna selbst wohl ausscheidet, nicht (mehr) bekannt. Wahrscheinlich erscheint jedoch, dass es sich um einen Schüler aus der Schule von Francesco del Cossa handelte. Vermutet wird auch, dass er dem Kreis um den Humanisten Guarino Guarini angehörte oder diesem zumindest nahe stand. Bis ungefähr Mitte des 16. Jahrhunderts wurde dieses Deck noch von weiteren bekannten Künstlern kopiert, darunter angeblich auch Albrecht Dürer. Die moderne Neuauflage wurde von dem bulgarischen Künstler Atanas Atanassov gemalt, der auch das Bosch-Tarot und die Neufassung des Sola Busca Tarots gemalt hat. Das Mantegna Tarot unterscheidet sich von traditionellen Tarots jedoch recht erheblich. Zwar wird auch dieses Deck mit 78 Karten geliefert, nur 50 davon gehören jedoch zum Tarot, die anderen sind Karten, mit denen die Grundbedeutungen der Karten des eigentlichen Mantegna Tarots erlernt werden können. Unterteilt ist das Deck in 5 Kategorien zu je 10 Karten: 1. Das weltliche Leben, 2. Apollo und die Musen, 3. Kunst und Wissenschaft, 4. Geistige und weltliche Eigenschaften und Tugenden und 5. Die Planeten und die himmlische Sphäre. Es lohnt sich wirklich, sich mit diesem Tarot etwas eingehender zu beschäftigen, und das nicht nur wegen der künstlerischen Gestaltung der Karten. Einziger Nachteil: die Gold- und Silberauflage auf den Karten wird bei öfterem Gebrauch mit der Zeit wahrscheinlich etwas abblättern. Leider ist wohl diese Gold- und Silberauflage auch dafür verantwortlich, dass die Farben der Karten hier nicht so erscheinen, wie sie im Original sind. Der Hintergrund der Karten wirkt bei den digitalen Bildern viel dunkler, fast schwarz und von dem hellen Gold und Silber ist nichts zu bemerken. Auf den Originalkarten ist der Hintergrund silbern oder golden schimmernd mit Ornamenten in hellsilbrigen Farben!

Zum Mantegna Tarot siehe auch unter Tarotgeschichte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarot der Sterne - Tarocchi delle Stelle
Giorgio Tavaglione

Dieses Tarot ist von der künstlerischen Gestaltung her sehr schön und aussagekräftig mit viel Symbolik auf den Karten, was zu mehreren Deutungsebenen führen kann. Die Karten selbst haben Übergröße, lassen sich aber trotzdem gut handhaben. Alle Karten sind voll bebildert und tragen die traditionellen Bezeichnungen in fünf Sprachen: Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Die Bildersymbolik auf den Karten ist in der Tradition des Rider Waite Tarots gehalten, wenn auch mit einigen Abweichungen. Zusätzlich wurde außerdem noch astrologische, kabbalistische, alchemistische und auf einigen Karten altägyptische Symbolik mit eingebracht. Das Begleitheft, das dem Deck beiliegt, ist sehr ausführlich. Es ist fast schon ein kleines Lehrbuch, allerdings nur in italienischer Sprache. Leider ist dieses Deck in Deutschland kaum zu bekommen. In Italien kann man aber noch fündig werden. Das Tarot der Sterne - Tarocchi delle Stelle gilt bereits als Sammlerstück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Russian Tarot of St. Petersburg - Russisches Tarot von St. Petersburg
Yury Shakov

Von der Bildsymbolik her lehnt sich das Russian Tarot of St. Petersburg an die Symbolik des Rider Waite Tarots an. Die künstlerische Gestaltung der Karten geht jedoch bei weitem über die des Rider Waite Decks hinaus. Die Bilder des Malers Yury Shakov sind auf das alte Russland bezogen und auf den Karten in einem ovalen, verzierten Rahmen gehalten, der an die Ornamentik der Fabergé Eier erinnert. Leider kommt diese auf den gescannten Bildern nicht so gut zur Geltung, so dass die hier gezeigten Karten vom Gesamteindruck her hinter dem der Originale zurückbleiben. 

Alle Karten sind voll bebildert und tragen die traditionellen Bezeichnungen. Das Russian Tarot of St. Petersburg ist ein sehr schönes, wenn auch etwas "dunkles" Deck, mit dem es auch Anfänger versuchen könnten. In Deutschland ist dieses Tarot jedoch nur selten erhältlich. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cagliostro Tarot - Tarot Cartomanzia 184
Docteur Marius

Interessant ist an diesem Tarot hauptsächlich, dass es eines von denjenigen ist, die nach der Art von Étteilla gestaltet sind. Auch der Name "Cartomanzia" weist in Richtung Étteilla, denn unter der Bezeichnung Cartomanzia Italiana wurde 1983 in begrenzter Auflage von 2000 Stück die Faksimile-Ausgabe eines Étteilla-Decks herausgegeben. Das Original dieses Decks stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Faksimile hält sich jedoch nicht genau an die Originale nach Étteilla. Auch bei dem hier vorliegenden Deck hat sich der Autor nicht streng an Étteillas Vorgaben gehalten. So entsprechen Bezeichnungen und Reihenfolge der Großen Arkana den traditionellen Bezeichnungen und Reihenfolge und nicht denen von Étteilla. Hofkarten und Kleine Arkana sind nach der Art Étteillas an Spielkarten, bzw. das Marseiller Tarot angelehnt. Auf allen Karten erscheinen, wie bei den Étteilla-Karten, Deutungshilfen am unteren und oberen Rand, wobei die Deutungshilfen am oberen Rand umgekehrt aufgedruckt sind, da sie für die Deutung umgekehrt fallender Karten gelten. Die astrologischen Zuordnungen der Großen Arkana weichen fast völlig von den traditionellen Zuordnungen ab. Die Karten sind, wie bei Étteilla, von 1 - 78 durchnummeriert, beginnend mit dem Magier. Der Narr trägt sowohl die Null, als auch die Nummer 22, bei Étteilla jedoch die Nummer 78. Auf den Hofkarten und den Kleinen Arkana sind zusätzlich am unteren Kartenrand noch Kalenderdaten aufgedruckt, wie z.B. 21. - 27. April. Sie haben einerseits eine astrologische Bedeutung und sollen außerdem Hinweise auf das Eintreten von Ereignissen geben, wobei die angegebenen Kalenderdaten jedoch nicht mit dem Datum des Eintretens eines Ereignisses identisch sind. Das Begleitheft ist sehr ausführlich und vermittelt ein komplettes Deutungssystem, mit Erklärungen zu jeder Karte, inklusive Kartenkombinationen.

Mein Deck habe ich in Italien erworben. Der Aufdruck auf den Karten und die Sprache des Begleithefts ist ausschließlich Italienisch. Wer sich hinter dem Pseudonym Docteur Marius verbirgt wird leider nicht angegeben.

Das gleiche Deck wird im englischen Sprachraum übrigens als Cagliostro Tarot geführt. Das Original des Decks soll aus dem Jahre 1912 stammen.

Von einer Besucherin der Tarotwelten stammt die Information, dass die amerikanische Ausgabe des Cagliostro Tarots Anfang der 80iger Jahre auch in Deutschland zu bekommen war, allerdings in englischer Sprache, wobei die Karten selbst wiederum in Italien hergestellt worden waren.

Wer war Cagliostro?

Weitere Informationen zu den Étteilla Tarots sind in den Besprechungen zum Grand Étteilla Tarot und Tarot von Étteilla - Das Buch Thot zu finden.

Zu Étteilla siehe auch: Tarotgeschichte, Teil 4
Siehe außerdem: die Bilder und die Kurzbeschreibung zum Grand Etteilla Tarot, Etteila Tarot, Tarot von Etteilla - Das Buch Thot und Tarocco Egiziano.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klassisches Tarot
Carlo Dellarocca 1853

Bei diesem Deck handelt es sich um eine Reproduktion des von Carlo Dellarocca 1835 in Mailand geschaffenen Tarots. Angelehnt ist dieses Deck an das Marseiller Tarot. Carlo Dellarocca war wohl einer der bedeutensten mailänder Kupferstecher der damaligen Zeit und sein Tarot soll die Vorlage für viele der aus der Lombardei, Ligurien und Piemont stammenden Decks gewesen sein. Voll bebildert sind nur die Großen Arkana und die Hofkarten. Die kleinen Arkana zeigen die Symbolik des Marseiller Tarots, allerdings künstlerisch weitaus schöner gestaltet. Alle Karten tragen die traditionellen Bezeichnungen in italienischer Sprache. Am linken Seitenrand sind zusätzlich Deutungshinweise aufgedruckt, und zwar in vier Sprachen: Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch. Auch wenn die angegebenen Deutungshinweise eher auf die italienische Tradition zurückgehen und daher etwas von der Rider-Waite-Tradition abweichen, ist dieses Deck dennoch für Anfänger geeignet. Das kleine Begleitheftchen, welches dem Deck beiliegt, ist nicht anders als die überwiegende Mehrzahl der Begleitheftchen, die Tarotdecks immer beiligen, bietet aber zusätzlich eine kleine, allerdings recht rudimentäre Einführung in das Kartenspiel Tarot (Tarock), welches ja in Italien und vor allen Dingen in Österreich und Frankreich bis heute gespielt wird.

Siehe auch unter: Altes Italienisches Tarot und Tarotgeschichte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Il Vostro Destino
Verlagsausgabe Masenghini

Dieses aus Italien stammende Divinations-Kartendeck ist in Deutschland bisher nicht erhältlich. Es zählt zu den sogenannten Wahrsagekarten (Divinationskarten), die auch oft als Zigeunerkarten oder mit dem englischen Begriff Fortune Telling Cards bezeichnet werden. Sie sind den sogenannten kleinen Lenormand-Karten, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, ähnlich, aber nicht mit ihnen identisch. Anders als spezielle Orakelkarten-Decks, wie z.B. das Vogelorakel oder das Keltische Baumorakel, gehen Wahrsagekarten und die kleinen Lenormand-Karten eindeutig auf Spielkarten zurück. 

In Italien, quasi dem Mutterland der Kartenleger, gibt es zahlreiche traditionelle Divinations-Kartendecks, wie das hier vorgestellte. Il Vostro Destino bedeutet eigentlich nur: Ihre Bestimmung. Da dieses Deck keinen eigenen Namen hat, habe ich den Aufdruck auf der Verpackung übernommen. 

Wahrsagekartendecks bestehen in der Regel aus 52 Karten, während die kleinen Lenormand-Decks nur aus 36 Karten bestehen. Es gibt allerdings auch Wahrsagekartendecks, die auch nur aus 36 oder 32 Karten bestehen, aber ebenfalls mit den kleinen Lenormand-Decks nicht identisch sind. Ursprünglich soll die Anzahl der 52 Karten mit den Wochen eines Jahres in Zusammenhang gestanden haben. Auch das Astro-Mythologische Kartendeck nach Mlle. Lenormand, das ja möglicherweise wirklich auf Marie-Anne Lenormand zurückgeht, besteht aus 52 Karten plus der beiden Personenkarten. Das vorliegende Deck besteht aus den 52 Karten eines Spielkartendecks und zeigt die Kartenbedeutungen auch im Bild. Zusätzlich ist auf jeder Karte ein Schlüsselwort zur Deutung in italienischer Sprache aufgedruckt. Die Karten sind nicht sehr groß, nur etwas größer als die kleinen Lenormand-Karten. 

Siehe auch: Art Deco Wahrsagekarten, Lenormand-Karten und Tarotgeschichte.