Ananda Tarot
Ananda Kurt Pilz

Die Karten dieses Decks zeigen nichts von der traditionellen Symbolik. Zwar werden, bis auf wenige Ausnahmen, die traditionellen Bezeichnungen beibehalten, von der ursprünglichen Symbolik sind jedoch gerade noch die Anzahl der Kelche und Schwerter auf den Kleinen Arkana übrig. Die Stäbe heissen hier Flammen und die Scheiben heissen Kugeln. Die Bilder als solche sind jedoch absolut gelungen. Sie haben einen ganz eigenen Symbolcharakter mit tiefgehender Farbwirkung und scheinen auf eine gewisse Art und Weise aus einer anderen Welt zu stammen. Das Deck ist nur im Set mit Buch erhältlich. Das Buch ist recht ausführlich und betont die spirituelle Bedeutung der Karten. Die traditionellen Bedeutungen werden zusätzlich angegeben. Interessant sind auch die astrologischen Zuordnungen, die ebenfalls von den traditionellen Zuordnungen abweichen. Wer mit den Grundbedeutungen der Karten vertraut ist, für den ist dieses Tarot empfehlenswert, da die Bilder sehr intuitiv wirken und zu so tiefer gehenden Deutungsmöglichkeiten führen können. Für Anfänger ist das Ananda Tarot wegen der fehlenden traditionellen Symbolik jedoch nicht so gut geeignet.

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Ibis Tarot
Josef Machynka

Das Ibis Tarot ist eine Neufassung des Ägyptischen Tarots (Egyptian Tarot Deck), welches angeblich auf den Comte de Saint-Germain zurückgehen soll (siehe unter Ägyptisches Tarot, bzw. Egyptian Tarot Deck). Die Neufassung ist jedoch nicht streng nach der Vorlage gestaltet. Die Symbolik wurde neu überarbeitet. Das Deck ist, im Gegensatz zum Egyptian Tarot Deck, farbig und die Farbgebung ist sehr schön. Allein von der farblichen Gestaltung her, gehört dieses Deck wohl mit zu den schönsten Tarots. Wie beim Original richten sich Kartenbezeichnung und Reihenfolge nach Paul Christian. Allerdings sind einige Kartenbezeichnungen leicht abgewandelt worden. Die astrologischen Zuordnungen entsprechen denen des Originals. Die Hieroglyphen sind jetzt deutlich zu sehen und lesbar. Zwar zeigen auch beim Ibis Tarot die Kleinen Arkana in der Hauptsache die Elementsymbole in entsprechender Anzahl, die Kartenbedeutungen werden jedoch durch zusätzliche Zeichnungen und insbesondere durch die Farben unterstützt. Das Begleitheftchen ist recht ausführlich und gibt neben der Kartenbedeutung auch noch die jeweiligen kabbalistischen und astrologischen Zuordnungen an.

Siehe auch: Ägyptisches Tarot/Egyptian Tarot Deck nach Comte de Saint-Germain und Tarotgeschichte, Teil 5.

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Visconti-Sforza Tarot
unbekannter Verfasser

Dies ist eine Neuauflage des ältesten bisher bekannten, vollständigen Tarotdecks. Von dem Original, welches aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt, sind noch 74 Karten erhalten. Das Deck ist wunderschön gestaltet. Die Großen Arkana und die Hofkarten sind mit Goldfolie bedruckt, welche hier auf den Bildern jedoch nicht richtig zur Geltung kommt und dunkelbraun erscheint. Die Zahlenkarten zeigen, wie alle historischen Tarots (mit Ausnahme des Sola Busca Tarots), keine Bilder, sondern nur das jeweilige Elementsymbol in entsprechender Anzahl. Auch auf den Zahlenkarten findet sich eine Spur von Goldfolie. Die Kartenbezeichnungen sind in fünf Sprachen (Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch) am linken Rand aufgedruckt. Es handelt sich um ein wirklich schönes Deck, welches insbesondere auch wegen seiner historischen Bedeutung interessant ist.

Siehe auch: Tarotgeschichte und den Kommentar zum Mantegna Tarot

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Neues Palladini Tarot - New Palladini Tarot
David Palladini

Bereits viele Jahre vor dem Neuen Palladini Tarot schuf David Palladini das Aquarian Tarot. Das Neue Palladini Tarot gilt mehr oder weniger als eine verbesserte Auflage seines Vorgängers. In Bezug auf die Kartendarstellung- und symbolik hält sich Palladini im Großen und Ganzen an die Rider-Waite-Tradition, weshalb das Palladini Tarot häufig als Rider-Waite-Klon abgetan wird. Lange Zeit hatte ich kein großes Interesse am Neuen Palladini Tarot. Besprechungen, die ich über das Deck gelesen hatte, überhäuften es nicht gerade mit Lob. Der allgemeine Tonus war "nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes" und manchmal drang auch unterschwellig die Meinung durch, dass es eigentlich nicht nötig gewesen wäre, dieses Deck herauszubringen, da es, im Vergleich mit dem Aquarian Tarot, eigentlich nicht viel Neues brächte. Entsprechend niedrig waren meine Erwartungen, als ich das Neue Palladini Tarot dann in meine Sammlung aufnahm. Beim Durchsehen der Karten war ich dann aber doch erstaunt. Klassifizierungen, die das Deck als eher mittelmäßig und eigentlich überflüssig abtun, werden ihm nicht gerecht. Das Neue Palladini Tarot ist ein wirklich interessantes Deck, mit intuitiv wirkenden Darstellungen und eindrucksvollen Farben. Es ist mehr, als einfach nur eine verbesserte Neuauflage des Aquarian Tarot. Die Kartendarstellungen und die Symbolik halten sich auch durchaus nicht streng an das Rider-Waite-Vorbild. Einige Karten weichen sogar erheblich von den Rider-Waite-Darstellungen ab. Der Autor selbst erklärt in dem Begleitheftchen des Decks, dass er "sich bemüht habe, nur solche Symbole darzustellen, die im Laufe der Jahrhunderte Bestand gezeigt haben" und weiter, dass er "gewisse Symbole ausgelassen habe, wenn sie seines Erachtens den ursprünglichen Inhalt verdunkelten oder offensichtlich auf historische Ausschmückungen zurückzuführen waren". Ebenfalls nach Aussage des Autors hat er "Elemente aus Mittelalter, Illuminationen, ägyptischer Antike und moderner Kunst in seinen eigenen Stil einfließen lassen" und "versucht, alle Menschenrassen in den Gesichtern darzustellen und die wichtigsten religiösen Symbole einzubeziehen". Letzteres ist ihm allerdings nicht so gut gelungen. Die Gesichter sehen eigentlich alle europäisch aus. Bestenfalls kann man bei einigen von ihnen mit etwas Phantasie einen ganz leichten asiatischen Touch feststellen. Der dunkelhäutige Typus fehlt völlig. Alle Figuren sind hellhäutig. Die einzigen beiden Ausnahmen machen der König und die Königin der Scheiben/Pentakel, deren Haut als Nachthimmel dargestellt ist. Alles in allem handelt es sich aber um ein sehr schönes, empfehlenswertes Deck, dessen etwas "mittelmäßiger" Ruf nicht gerechtfertigt ist.

Zum Vergleich zeige ich aus dem Neuen Palladini Tarot und aus dem Aquarian Tarot jeweils die gleichen Karten.

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Keltisches Drachen Tarot - Celtic Dragon Tarot
D.J. Conway * Lisa Hunt

Dies ist ein sehr gelungenes Tarot. Alle Karten sind voll bebildert und wunderschön gemalt. Die Kartendarstellung orientiert sich weitgehend an der traditionellen Symbolik, wurde allerdings auf einigen Karten verändert. Ein Nachteil ist das aber nicht. Manch einer mag das sogar als Vorteil empfinden. Arkana 15, traditionell "Der Teufel" heißt hier "Ketten". Die Arkana "Der Magier" ist eine Magierin, wobei die maskuline Kartenbezeichnung beibehalten wurde. Buben und Ritter werden teils männlich, teils weiblich dargestellt, wobei aber immer die maskuline Kartenbezeichnung beibehalten wird. Das mag auf den Einen oder Anderen vielleicht etwas verwirrend wirken. Die Betonung liegt hier aber wohl weniger auf der Kartenbezeichnung, als auf der Kartenbedeutung und die ist ja geschlechtsunabhängig. Auf allen Assen sind Babydrachen zu sehen, die gerade aus dem Ei geschlüpft sind oder schlüpfen, was meines Erachtens eine besonders schöne Umsetzung der esoterischen Kartenbedeutung ist.

Das Deck ist im Set mit Buch erhältlich. Auch das Buch ist recht gelungen. Zu jeder Karte gibt es ein paar Schlüsselworte, eine genaue Beschreibung der Kartendarstellung und eine divinatorische Bedeutung. Am Anfang des Buches sind die Schlüsselworte zu allen Karten zusätzlich tabellarisch aufgelistet. Nach den Kartenbeschreibungen werden einige Legebilder vorgestellt. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Tarot und Kerzenzauber, Tarot-Meditation, Farben und Edelsteinen. Alles in allem steckt in dem kleinen Buch schon einiges drin, wenn man bedenkt, daß es sich ja nur um ein Begleitbuch handelt. Insgesamt gesehen ein empfehlenswertes Tarot, bzw. Tarot-Set.

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Jungianisches Tarot
Robert Wang

Dieses sehr interessante Tarot gilt inzwischen als weitgehend vergriffen. Es unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen Tarotdecks. Grundlage des Decks ist die Archetypenlehre von C.G. Jung, die hier mit Astrologie und hermetischer Kabbala verbunden wird. Die astrologischen Zuordnungen der Großen Arkana entsprechen, mit wenigen Ausnahmen, den heute als traditionell geltenden Zuordnungen. Die astrologischen Zuordnungen der Kleinen Arkana und der Hofkarten unterscheiden sich aber von anderen bekannten Zuordnungen. Auf den Karten befinden sich jedoch keine astrologischen Symbole. Dadurch werden die astrologischen Zuordnungen des Autors nicht auf das Deck selbst übertragen. Es steht also jedem, der mit diesem Tarot arbeitet, frei, ob er die Zuordnungen übernehmen möchte, oder lieber bei den traditionellen Zuordnungen bleibt, oder aber seine eigenen Zuordnungen verwendet.

Keine einzige Karte ist mit einer Kartenbezeichnung versehen. Man kann also nur allein durch die Darstellung auf den Karten ersehen, um welche Karte es sich handelt. Das hat den Vorteil, das man die Kartenbezeichnungen für sich selbst ändern kann, wenn man der Meinung ist, dass die traditionellen Bezeichnungen einiger Karten den Kern der Kartenaussage nicht richtig treffen.

Auf keiner der Karten ist eine Zahl aufgedruckt. Dadurch wird die Reihenfolge der Großen Arkana nicht zwingend festgelegt. So wird die Frage, ob die Arkana "Gerechtigkeit", bzw. die Arkana "Kraft" denn nun die Nummer 8 oder 11 tragen sollte, umgangen. Mit diesem Deck kann jeder die fraglichen Karten an die Stelle setzen, an die sie seiner Überzeugung nach hingehören. Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Großen Arkana. Wer also schon immer das Gefühl hatte, dass die Reihenfolge der Großen Arkana seinem eigenen Empfinden nach etwas anders sein sollte, kann hier nach seiner eigenen Reihenfolge gehen, ohne durch aufgedruckte Zahlen behindert zu werden.

Auch auf den Kleinen Arkana sind nirgendwo Zahlen aufgedruckt. Die Wertigkeit ergibt sich allein durch die Anzahl der Elementsymbole. Die Kleinen Arkana sind auch nicht bebildert, dafür farblich aber so gestaltet, dass sie sehr intuitiv wirken.

Interessanterweise folgt der Autor des Decks hier im Grunde genommen der ältesten Tarottradition, denn, wie wir heute wissen, waren auf den ältesten bekannten Tarots, wie z.B. dem Visconti-Sforza Tarot, ursprünglich keinerlei Zahlen oder Kartenbezeichnungen aufgedruckt.

Was für erfahrene Tarotisten ein Vorteil sein kann, ist jedoch für Anfänger mit Sicherheit ein Nachteil. Obwohl die meisten Darstellungen auf den Karten sofort erkennen lassen, um welche Karte es sich handelt, gilt das doch nicht für alle Karten. Wer mit dem Tarot noch nicht so vertraut ist, wird Schwierigkeiten haben, mit einem Deck zu arbeiten, auf dem sich keinerlei Kartenbezeichnungen oder die Reihenfolge bestimmende Zahlen befinden. Das gilt natürlich insbesondere für die Großen Arkana. Zwar sind in dem kleinen Begleitheftchen die Kartenerklärungen mit den Bildern der jeweiligen Karten in der traditionellen Reihenfolge abgedruckt, das Fehlen der Kartenbezeichnungen auf den Karten kann Ungeübte jedoch verunsichern und die Deutung beim Legen erheblich behindern. Daher ist das Jungianische Tarot für Anfänger nicht zu empfehlen. 

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Rider WaiteTarot
Arthur E. Waite * Pamela Colman Smith

Was soll man über das weltweit wohl bekannteste Tarot noch schreiben, was noch nicht geschrieben wurde? Das Deck ist nach Athur E. Waite, dem geistigen Schöpfer dieses Tarot und Mitglied des Golden Dawn und seinem Verleger Rider benannt. Pamela Colman Smith, die Künstlerin, die dieses Deck gemalt hat, ist fast vergessen. Daher an dieser Stelle ein paar Worte zu Pamela Colman Smith.

Pamela Colman Smith war eine in England geborene Amerikanerin, die ihre Kindheit in England, Amerika und Jamaika verbrachte. England scheint jedoch ihre Wahlheimat geworden zu sein. In ihrer Jugend reiste sie mit einer Theatergruppe durch England. Später verdiente sie ihr Geld u.a. als Illustratorin für Bücher und als Schriftstellerin. Wahrscheinlich im Jahre 1903 trat sie dem Golden Dawn bei. Sie begann, ihre Visionen in Bilder umzusetzen, wobei sie besonders von Musik inspiriert wurde. Leider erregte weder ihre schriftstellerische, noch ihre künstlerische Arbeit große Aufmerksamkeit. Zwar wurde sie von der Kritik recht gut beurteilt, konnte aber nur wenige ihrer Bilder verkaufen. Wegen des ausbleibenden Erfolgs war es auch um ihre finanzielle Situation meist schlecht bestellt. Im Jahre 1908 oder 1909 begann sie dann gegen Bezahlung nach den Angaben von Waite die Bilder zu malen, die heute das berühmteste Tarotdeck darstellen.

Pamela Colman Smith fühlte sich mit der Zeit immer enttäuschter vom Leben und von den Menschen und zog sich mehr und mehr in die Einsamkeit zurück. Eine kleine Erbschaft ermöglichte es ihr, ein Haus in einer Künstlerkolonie zu mieten. Zwar hörte sie nie auf zu malen und zu schreiben, aber der Erfolg blieb nach wie vor aus. Sie hat nie geheiratet. Pamela Colman Smith starb 1951 völlig verarmt. Sie hatte keine Erben. Ihre Grabstätte ist unbekannt. Ihre ganze persönliche Habe wurde auf Auktionen versteigert, um ihre Schulden zu begleichen. Bis auf einige wenige Bilder, die sich heute im Besitz von Stuart R. Kaplan befinden, ist nicht bekannt, wo ihre Werke geblieben sind und ob überhaupt noch welche existieren. Zu den verschwundenen Bildern zählen leider auch die Originale der Tarotbilder des Rider Waite Tarots. Zwar ist dieses Tarot inzwischen weltberühmt, trägt aber nicht einmal ihren Namen.

Zu Pamela Colman Smith siehe auch ihre Biographie bei den Tarotpersönlichkeiten.

Zum Rider Waite Tarot siehe auch: Tarotgeschichte, sowie Universal Tarot (Angelis Waite Tarot), Universal Waite Tarot, Rider Waite Faksimile Tarot, Albano Waite Tarot, Anraths Waite Tarot, Golden Rider Tarot, Diamond Tarot und Tarot der Weis(s)en Katzen.

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