Verlag und Copyright ©:  Fournier, Spanien -  Verlag Königsfurt-Urania
Homepage von Luis Royo
Abbildungen mit Genehmigung des Verlages.

Bei dem Labyrinth Tarot handelt es sich um einen weiteres Tarot des spanischen Fantasy-Künstlers Luis Royo. Im Gegensatz zu Royo's Black Tarot entsprechen die Kartendarstellungen dieses Mal im Großen und Ganzen der traditionellen Tarotsymbolik. Doch auch das Labyrinth Tarot orientiert sich, wie schon das Black Tarot, an der Marseiller Tradition, d.h. die Zahlenkarten der Kleinen Arkana sind nicht vollständig bebildert, sondern zeigen nur das jeweilige Elementsymbol in entsprechender Anzahl, wobei die einzelnen Elemente aber zusätzlich noch durch ihre Farbgebung unterschieden werden. Die Stäbe sind grünlich, die Kelche rötlich, die Schwerter bläulich und die Scheiben gelblich. Hin zu den Hofkarten werden die Farben immer etwas dunkler, was auf eine zusätzliche, durch den Künstler beabsichtigte Deutungsebene hinweist. Die Farbgebung der Großen Arkana ist ein schwer zu beschreibendes blaß-olivfarbenes Grün. Royo teilt demnach die 78 Karten des Tarots allein schon durch die Farbgebung in fünf Bereiche oder Ebenen ein: die Großen Arkana, die Stäbe, die Kelche, die Schwerter und die Scheiben. Ich benutze hier übrigens bewusst das Wort "Farbgebung", da "Farbe" allein der Sache nicht gerecht würde. Die Hintergrundfarbe der Karten ist eine Art Goldbronze, was dem Deck, insgesamt gesehen, ein goldenes Aussehen verleiht. Der Gesamteindruck der Kartenbilder ist ein wenig düster, was allerdings für Luis Royo bekanntermassen typisch ist. Leider werden die Kartenbilder, die ich hier in der Tarotsammlung zeigen, dem Original nicht gerecht. Der goldbronzene Kartenhintergrund wirkt auf den gescannten Bildern irgendwie körnig und die Kartenbilder selbst etwas verschwommen, was bei den Originalen nicht der Falle ist.

Zu diesem Tarot gibt es ein Buch "The Labyrinth Tarot". In der Regel wird dieses Tarot aber als Einzeldeck angeboten. Das Begleitheftchen ist inhaltlich etwas besser, als meist üblich. Worauf jedoch leider - und wie ich vermute aus Platzgründen - nicht näher eingegangen wird, sind Royos astrologische Zuordnungen der Karten, die stark von den traditionellen Zuordnungen, insbesondere bei den Großen Arkana, abweichen. Ersichtlich werden sie durch die astrologischen Symbole, die auf einer jeden Karte aufgedruckt sind. Teils handelt es sich um Mehrfachzuweisungen. So wird, um nur ein Beispiel zu nennen, der Narr dem Skorpion, dem Krebs und der Sonne zugeordnet. Auch die hebräischen Buchstbaben wurden mit einbezogen. Auf jeder Großen Arkana ist der ihr zugeordnete hebräische Buchstabe aufgedruckt. 

Royo selbst gibt im Begleitheft an, dass im Buch "...die Symbolik, die Verbindungen und Beziehungen mit dem esoterischen Wissen, ebenso wie die verschiedenen Theorien seiner Herkunft..." erläutert werden, dass er aber für das Anleitungsheft versucht hat, "...die Bedeutung der Karten anschaulich und schematisch zusammenzustellen..." und es vermieden hat "... die vielen Untersuchungen und Bücher, die über Tarot existieren und die oftmals von sentimentalen Themen, plumpen Ratschlägen und einfältigen materialistischen Auffassungen handeln, zu zitieren...". Was dann, wenn auch nur relativ kurz und knapp, an Erklärungen folgt, zeigt ein recht bemerkenswertes Verständis für und im Umgang mit dem Tarot und die unüblichen astrologischen Zuordnungen lassen, wenn ihre Begründung auch nicht unbedingt ersichtlich ist, auf eine eingehenden Beschäftigung mit den Karten schließen.

Anders, als das Black Tarot, welches bei mir nie zum praktischen Einsatz kommt, sondern nur ein Glanzstück meiner Sammlung bildet, könnte das Labyrinth Tarot, nach einer eingehenderen Beschäftigung mit den Kartenbildern und Zuordnungen, durchaus in der praktischen Arbeit eingesetzt werden.    

Siehe auch: The Black Tarot von Luis Royo
                                                                                                I Ching Dead Moon von Luis Royo

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