Reinkarnations Tarot  Kommentar zu diesem Tarot
zurück zum Tarotverzeichnis
Massimiliano Filadoro * Pietro Alligo Home
Verlag und Copyright ©:  Lo Scarabeo, Italien -  Verlag Königsfurt-Urania
Abbildungen mit Genehmigung des Verlages.

Wer dieses Tarot zum ersten Mal sieht, wird sich wahrscheinlich verwundert fragen, was für ein seltsames Deck er hier in der Hand hat. Die Karten wirken recht einfach gestaltet, denn die Symbolik beruht ganz auf den schönen, historisch anmutenden Tierzeichnungen, die auf jeder Karte zu sehen sind. Ansonsten gibt es keinerlei Symbolik, wenn man von den Zahlen und den Elementsymbolen einmal absieht. Aber auch diese entsprechen nicht den üblichen Tarotsymbolen- bzw. Bezeichnungen, sondern sind ganz einfach die Symbole der Spielkarten: Kreuz anstelle der Stäbe, Herz anstelle der Kelche, Pik anstelle der Schwerter und Karo anstelle der Pentakel/Scheiben/Münzen. Das Ganze wirkt weitaus eher wie ein einfaches Kartenspiel mit Tierbildern, denn wie ein Tarot. Und doch ist es ein Tarot. Streng genommen sogar in seiner ursprünglichen Form. Dieses Deck ist eine Art "Multifunktionstarot", was es für mehr, als eine Zielgruppe interessant macht.

Dieses Tarot verwendet spezielle Deutungen, welche auf die Erforschung der Entwicklungsmöglichkeiten des Individuums ausgerichtet sind. Daher auch der Name "Reinkarnations Tarot", denn es ist nicht die Reinkarnation als solche, die diesem Tarot zugrunde liegt, sondern die Weiterentwicklung eines jeden Lebewesens - nicht nur des Menschen -, die ja auch das Grundprinzip der Reinkarnation ist. Die östlichen Religionen lehren, dass die Seele - gemäß ihrem Karma - in jeder Lebensform wiedergeboren werden kann, auch im Körper eines Tieres. Mensch und Tier sind hier gleich gestellt und es gibt keinen "Wertunterschied" zwischen den einzelnen Lebensformen, wie es z.B. in den großen monotheistischen Religionen der Fall ist. Doch das Reinkarnations Tarot benutzt Tiere nicht nur als mögliche vergangene oder zukünftige Formen der Wiedergeburt, sondern vor allen Dingen als Symbole ganz bestimmter Eigenschaften und Fähigkeiten. Die im Begleitheft angegebenen Kartenbedeutungen passen recht gut zu dem jeweiligen Tier, weshalb man sie sich auch relativ schnell einprägen kann. Außerdem ist es möglich, wie bei jedem anderen Tarot auch, eigene Eindrücke und Inspirationen einfließen zu lassen. 

Die Karten tragen keinerlei Bezeichnungen. Die Großen Arkana sind mit römischen Ziffern von 0 - 22 durchnummeriert. Das macht insgesamt 23 Große Arkana, statt 22, wodurch wir es mit einem Tarot von 79 Karten zu tun haben. Die zusätzliche Große Arkana resultiert daraus, dass der Narr sowohl in männlicher, als auch in weiblicher Form vorhanden ist, wobei den beiden Narren aber unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben werden. Auf diese Weise stellt sich bei diesem Deck auch nicht die alte Frage, ob der Narr denn nun die allererste oder die letzte, 22. Große Arkana ist. Natürlich steht es auch jedem frei, nur einen der beiden Narren zu benutzen. Außerdem eignen sich die beiden Narrenkarten, aufgrund ihrer eindeutigen geschlechtlichen Zuordnungen, auch als Personenkarten, welche ähnlich wie bei den Kleinen Lenormand-Karten verwendet werden können.

Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana sind, wie gesagt, in der Art von Spielkarten nach der heute fast überall verwendeten französischen Kennzeichnung in Kreuz (Stäbe), Herz (Kelche), Pik (Schwerter) und Karo (Pentakel/Scheiben/Münzen) unterteilt. Sie sind von 2 - 10 durchnummeriert. Die Asse sind durch ein "A" gekennzeichnet. Die Kennzeichnung der Hofkarten scheint sich aus irgend einem Grund an den englischen Spielkartenbezeichnungen zu orientieren. Wir finden ein "K" (King) für die Könige, ein "Q" (Queen) für die Königinnen, ein "J" (Jack) für die Buben und ein "H" (Horseman, bzw. Herald) für die Ritter.

Eine weitere Kennzeichnung der vier Elemente bei den Kleinen Arkana ist in den Tieren selbst zu finden. Auf den Kreuzkarten (Stäbe, Element Feuer) sieht man Insekten, auf den Herzkarten (Kelche, Element Wasser) finden wir Reptilien und Meerestiere. Die Pikkarten (Schwerter, Element Luft) zeigen uns Vögel und die Karokarten (Pentakel/Scheiben/Münzen, Element Erde) werden durch Säugetiere dargestellt. Auf diese Art sollen zusätzlich verschiedene Seinsebenen symbolisiert werden. 

Durch die deutliche Anlehnung an Spielkarten ist dieses Tarot auch gut für diejenigen Kartenleger geeignet, die bisher mit Spielkarten gearbeitet haben und es vielleicht gerne auch einmal mit einem Tarot probieren möchten. Die Beibehaltung der vertrauten Spielkartensymbolik könnte die Einarbeitung in das Tarot erleichtern.


nach oben zurück zum Tarotverzeichnis Home