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Teil 1
- Die Entdeckung des Antoine Court de Gébelin Teil 2 - Geschichte und Herkunft der Karten Teil 3 - Die ersten nachweisbaren Tarotkarten Teil 4 - Étteilla und Lenormand Teil 5 - Mystiker und Magier des Tarots Home |
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Tarotgeschichte,
Teil 2
- Geschichte und Herkunft der
Karten
Im Jahre 1369
untersagte der französische König Karl V. das Kartenspiel per Dekret.
1377 sprach der Magistrat von Florenz ein Verbot der „Naibe“, wie die
Karten dort genannt wurden, aus. In Viterbo schloss man sich, ebenfalls
1377, der allgemeinen Verbotswelle an und untersagte den Gebrauch der
Karten, die dort interessanterweise als "Spiel aus dem Land der
Sarazenen" bezeichnet wurden. 1378 hatte der Schrecken des Kartenspiels
Regensburg erreicht und wurde verboten. Dasselbe geschah zwei Jahre
später in Nürnberg. Zahlreiche weitere Verbote folgten in den nächsten
Jahrzehnten. 1452 kam es in Nürnberg sogar zu einer regelrechten
Spielkartenverbrennung durch einen Franziskanermönch namens Capistranus. Doch nicht alle
scheinen damals die Karten derart negativ gesehen zu haben. Aus dem
Jahre 1377 stammt ein Traktat des Dominikanermönchs Johannes von
Rheinfelden, der in der Nähe von Basel lebte. In seinem "Tractatus de
moribus et disciplina humanae conversationis", beschreibt dieser ein
Kartenspiel, welches er seit dem Jahre 1374 kannte: "Anno Domini 1374 kam ein Spiel zu
uns, das ein Kartenspiel genannt wird, und das in wunderbarer Weise den
Zustand dieser Welt beschreibt. Doch woher es stammt, wer es erfunden
hat und was damit tut, entzieht sich meiner Kenntnis."
Im Jahre 1408
verzeichnet das Inventar des Herzogs von Orleans ein Spiel mit
"sarazenischen Karten". Einen fast identischen Hinweis auf die mögliche
Herkunft der Karten enthielt bereits das Verbot aus Viterbo aus dem
Jahre 1377 (s.o.). Die Bezeichnung "Sarazenen" ist aus dem lateinischen
Wort "saracenus" hervorgegangen. Im Topkapi-Museum in
Istanbul befindet sich ein Kartenspiel aus dem 14. Jahrhundert, welches
mit dem „Spiel aus dem Land der Sarazenen“ identisch sein könnte. Die
52 Karten dieses Decks waren in vier Sätze zu je 13 Karten unterteilt.
Die Sätze wurden als Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen bezeichnet.
Jeder Satz bestand aus 10 Zahlenkarten und 3 Hofkarten: einem König
(Malik), einem stellvertretenden König (Naib Malik) und einem
Stellvertreter des stellvertretenden Königs (Thani Naib). Die
Bezeichnung der Karten als "Naibe", wie sie für die italienischen
Quellen bezeugt ist (s.o. Verbot der Karten in Florenz), kann also
aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Wort "Naib" zurückgeführt werden.
Zusammen mit der Bezeichnung der Karten als "sarazenisch" ist das ein
wichtiger Hinweis auf die Herkunft der Karten und berechtigt zu der
Annahme, dass sie aus dem Orient kamen.
Betrachtet man die
Geschichte der Karten bis hierher, so scheint sich ein deutlicher
Hinweis in Richtung Orient zu ergeben. Nicht übersehen werden darf
dabei aber, dass auch in Korea und China Spielkarten bereits für das
12. Jahrhundert nachgewiesen sind. Natürlich lässt auch das keinen
Schluss darüber zu, ob die Karten ursprünglich aus diesen Kulturkreisen
stammten oder aus anderen Kulturen eingeführt wurden.
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