Das Gral-Tarot - The Grail Tarot  -  Teil 2

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John Matthews * Giovanni Caselli zurück zur Tarotsammlung
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Einer der Hauptgründe für die angenommene Verbindung zwischen dem Tarot und der Gralssuche ist die Ähnlichkeit der vier Elementsymbole des Tarots mit den sogenannten Gralsheiligtümern, welche in den Legenden immer wieder erwähnt werden: die Lanze, der Kelch (der Gral selbst), das Schwert und der Stein. Dem entsprechend tragen die Karten der Kleinen Arkana hier auch nicht die Bezeichnungen der traditionellen Elementsymbole, sondern die der Gralsheiligtümer. Die Hofkarten wurden in Dame (Königin), Meister (König), Präzeptor (Ritter) und Bruder (Bube) umbenannt. Alle Karten der Kleinen Arkana erzählen zusammen eine Geschichte. Die Damen (Königinnen) zeigen Maria in vier verschiedenen Stationen ihres Lebens, von der Jugend bis zu ihrer Himmelfahrt. Drei der Meister sind drei berühmte Großmeister der Tempelritter: Hugo von Payn, der Ordensgründer (hier allerdings "Payen" geschrieben), Wilhelm von Chartres, der 14. Großmeister des Ordens und Jacques de Molay, der letzte Großmeister der Tempelritter, der den legendären Fluch aussprach. Die Präzeptoren und die Brüder stellen immer dieselbe Person dar. Sie sind die Hauptprotagonisten der Geschichte, welche die Kleinen Arkana erzählen. Im Satz der Steine führt der Präzeptor der Steine den Bruder der Steine als Novizen in den Templerorden ein. Die Karten der Steine zeigen dann den Entwicklungsweg des Novizen. Im Satz der Schwerter wird der Novize als Bruder der Schwerter vom Präzeptor der Schwerter zum Tempelritter geschlagen, um dann als solcher seine Erfahrungen zu sammeln, die auf den Karten der Schwerter dokumentiert werden. Der Präzeptor der Lanzen schließlich übergibt dem Bruder der Lanzen, welcher inzwischen ein erfahrener und gereifter Ritter ist, die heilige Lanze. Doch auch im Satz der Lanzen muss der Ritter noch so einige Erfahrungen machen. Im Satz der Gefäße (des Grals) schließlich ist der ehemalige Novize aus dem Satz der Steine am Ziel. Er wird selbst zum Großmeister gewählt und ist der 4. Meister, der Meister der Gefäße. Der Präzeptor der Gefäße führt indessen einen neuen Novizen als Bruder der Gefäße in den Templerorden ein, der dann, dokumentiert durch die Zahlenkarten der Gefäße, seine ersten Erfahrungen macht.

Wie bereits erwähnt gibt es in der Geschichte keinerlei Hinweise auf eine Verbindung zwischen Tarot und Templern, aber auch keinen Beweis für das Gegenteil. Erfreulicherweise versucht John Matthews auch nicht, Beweise vorzutäuschen, die gar nicht existieren, sondern hält sich in seinem Begleitbuch an die historischen Tatsachen. Die Hinweise auf mögliche numerologische Zusammenhänge zwischen wichtigen Daten der Templergeschichte und den Großen Arkana werden deutlich als das gekennzeichnet, was sie sind, nämlich mögliche Hinweise und keine Beweise. Diese Ehrlichkeit erhöht die Glaubwürdigkeit.

Normalerweise sind Tarots, die in der Darstellung, der Symbolik und bei den Kartenbezeichnungen stark vom traditionellen Tarot abweichen, für Anfänger nicht zu empfehlen. Mit dem Gral-Tarot können es aber auch Tarot-Novizen versuchen, wenn Sie bereits über ein wenig Tarot-Grundwissen verfügen. Das Begleitbuch und die durch das Deck führende Geschichte erleichtern die Deutung der Karten und vermitteln zusätzliche interessante Interpretationsimpulse. Fortgeschrittene und erfahrene Tarotisten werden an diesem Deck ihre Freude haben und durch die gelungene Gestaltung der Karten wird es eine Bereicherung für jede Tarotsammlung.

Das Gral-Tarot bekommt man im Esoterik-Fachhandel, in Esoterikabteilungen im Buchhandel oder direkt beim Südwest Verlag.

Weitere Kartenbilder sind in der Tarotsammlung zu sehen.

Zum Thema Tarot, Tempelritter und Gral siehe auch: Das Tarot des Heiligen Gral

 

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      Copryright © 2007 für die deutsche Ausgabe bei Südwest Verlag