Lo Scarabeo Tarot  -  Teil 2

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Mark McElroy * Anna Lazzarini zurück zur Tarotsammlung
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Eine weitere Augenbinde finden wir auf der Karte der Gerechtigkeit, die hier, nach der Waite-Tradition, die Zahl XI trägt. Allerdings wird die Augenbinde nicht, wie man eigentlich erwarten würde, von der Justitia getragen, sondern von einem Baby, welches sich in einem Korb zu ihren Füssen befindet. Nicht Justitia ist hier blind, sondern die Unschuld. 

Das Symbol des blinden Babys findet sich auf keiner der Karten aus den drei Traditionstarots. Es ist nur ein Beispiel von vielen, wie im Lo Scarabeo Tarot durch manchmal nur kleine, zusätzliche Details, die ursprüngliche Symbolik vertieft wird. Nehmen wir als ein weiteres Beispiel noch die Sieben der Schwerter. Das Kartenbild greift wieder die Rider-Waite-Darstellung auf. Wir sehen den Schwertdieb, wie er sich mit fünf von sieben Schwertern aus einem Zeltlager schleicht. Wie bei Rider-Waite schaut er zurück. Dadurch sieht er, anders, als bei Waite, die gefährliche Kobra nicht, die auf seinem Weg liegt und sich drohend vor ihm aufbäumt. Auch diese Kobra, ist auf keiner der Schwert-Sieben-Karten der Traditionstarots zu sehen.    

Gleiche Symbolik auf verschiedenen Karten verdeutlicht Beziehungen und Zusammenhänge, die nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sind, wie z.B. auf der Zehn der Kelche und der Acht der Stäbe. Das Kartenbild auf der Zehn der Kelche zeigt uns neun Novizen beiderlei Geschlechts, die, jeweils mit einem Kelch in der erhobenen Hand, auf einen regenbogenfarbenen Bogen, ähnlich dem auf der Waite-Karte, zuschreiten. Vor diesem Bogen schwebt "crowleylike" ein zehnter Kelch, aus welchem das überlaufende Wasser auf die Novizen zuzufließen scheint. Einen ganz ähnlichen regenbogenfarbenen Bogen finden wir, in Anlehnung an Crowley, auch auf der Acht der Stäbe. In ein und demselben Tarot schafft diese Symbolik eine Bedeutungsbeziehung, wie sie in den Ausgangsdecks nicht ersichtlich ist. Überhaupt tauchen einige zentrale Symbole, wie z.B. Weintrauben, Rosen und Lilien, immer wieder auf, ziehen sich durch das ganze Deck und erhellen so bestimmte Kartenbeziehungen und -bedeutungen.

Die Hofkarten tragen die traditionellen Bezeichnungen nach Waite und Marseille: Bube, Ritter, Königin und König. Allerdings ist der Bube im Lo Scarabeo Tarot, in Anlehnung an Crowley und zum Ausgleich der Geschlechter, weiblich. Interessant sind die Reittiere der vier Ritter. Sie reiten hier nicht auf Pferden, sondern auf den vier Wesen aus der Vision des Hesekiel (fälschlich manchmal auch als die vier Tiere der Apokalypse bezeichnet): Der Ritter der Stäbe reitet auf einem Löwen, der Ritter der Kelche reitet auf einer Drachenschlange, welche den Engel vertritt, der Ritter der Schwerter reitet auf einem Adler und der
Ritter der Pentakel reitet auf einem Stier. 

Ob es sich beim Lo Scarabeo Tarot nun um das "Flagschiff unter den Decks" handelt oder nicht, darüber mögen die Ansichten auseinander gehen. Ein bisschen schwülstig klingt diese Bezeichnung schon, ist aber, ausgehend davon, dass dieses Tarot die drei esoterischen "Urtarots" vereinigt, nicht völlig unberechtigt. Letztendlich ist es jedoch die interessante und aussagekräftige Symbolik, die dieses Deck ausmacht. Natürlich liegt das nicht zuletzt daran, dass hier die drei Traditionstarots in einem einzigen Deck gelungen miteinander verschmolzen wurden. Doch durch die zusätzlich eingebaute, ganz eigene Symbolik, welche den Kartenbedeutungen tieferen Ausdruck verleiht, wird dieses Tarot zu mehr als nur "Rider-Waite-extended-by-Crowley-supported-by-Tarot-de-Marseille". Erfahrene Tarotisten aus allen drei Traditionslagern werden keine Schwierigkeiten haben, mit diesem Deck zu arbeiten und dabei evtl. auch noch Neues entdecken. Und, ja, auch Anfängern kann man dieses Tarot mit gutem Gewissen empfehlen.

 

Das Lo Scarabeo Tarot bekommt  direkt beim Verlag Königsfurt-Urania, sowie in Esoterik-Fachgeschäften oder in Esoterik-Abteilungen im Buchhandel.

Weitere Kartenbilder sind in der Tarotsammlung zu sehen. 

  

   

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