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Das Konzept klingt wie eine
echt gute Idee. Von den drei großen Tarottraditionen kommt auf den
Kartendarstellungen des Lo Scarabeo Tarots allerdings hauptsächlich die
des
Rider Waite zum Ausdruck. Die anderen beiden sind etwas schwieriger zu
entdecken, aber durchaus vorhanden und in der Regel gut eingebaut. Die
Kartenbilder als solche wirken, bis auf
wenige Ausnahmen, etwas blass, die Zeichnungen, anders, als beim Rider
Waite,
comikhaft. Interessant ist aber die Symbolik. Natürlich orientiert sie
sich
stark an Rider Waite, Crowley und Tarot de Marseille, zeigt aber auch
teilweise ganz
eigene Züge. Leider sind die Angaben zu den Kartenbedeutungen im
Begleitheft
mehr als nur rudimentär. Sie umfassen, für alle 78 Karten zusammen,
nicht
einmal ganz zwei Seiten. Für jede Karte werden jeweils nur zwei
Stichworte
angegeben: eines für die positive und eines für die negative
Kartenbedeutung.
Das liest sich dann so: 0 - der Narr. Unschuld. Wahn. I - der Magier.
Beherrschung. Trick. II - die Hohepriesterin. Intuition. Behauptung.
III - die
Herrscherin. Fruchtbarkeit. Zu viel Schutz.... u.s.w.. Ausgewiesen wird
das
ganze als "Weissagungswörterbuch". Ehrlicherweise wird aber auch
empfohlen, ruhig "...Bedeutungen zu verwenden, die Sie in anderen
Büchern
gefunden haben." Das ist auch dringend notwendig. Weiterhin ist im
Begleitheft zu lesen: "...Wenn Sie sich von den Abbildungen leiten Die einzige Karte, auf die
zusätzlich etwas genauer eingegangen wird, ist der Narr. Wir erfahren,
dass er,
anders als seine drei Waite-, Crowley-, und Marseiller-Brüder, "...fest
auf einem Boden voller Wolken steht...", was bereits schon für sich
genommen eine gute Metapher für die Kartenbedeutung ist. Sein Gewand
ist, nach
dem Vorbild des Crowley-Narren, grün. Die Ärmel zeigen die Glöckchen
des
Marseiller Narren. Seine Augen sind geschlossen und er wirkt beinahe
etwas
"unirdisch", wie er so auf den Wolken dahinschreitet, ein Effekt, der
auch so beabsichtigt ist. Er scheint gerade einen Bogen durchschritten
zu haben,
dessen Form an eine Vesica Pisces oder eine Mandalora erinnern soll. An
beiden
Seiten wird dieser Bogen von Weinreben umrankt. Diese sind nicht nur,
wie im
Begleitheft angegeben, ein Attribut des römischen Weingottes Bacchus
(griech.
Dionysos), sondern stehen auch für Weisheit, Wahrheit, Vitalität und
Unsterblichkeit. An der Spitze des Bogens sieht man einen kleinen
Schmetterling,
Symbol für die Verwandlung und die Seele. Auf der anderen Seite des
Bogens
sehen wir graue Wolken, bzw. wabernden Nebel hinter dem sich Dunkelheit
erahnen
lässt. Es scheint, als wäre der Narr gerade aus einer anderen Welt in
die diesseitige
gekommen. Über der rechten Schulter trägt er den Stab mit dem Beutel
(hier: eine Tasche) und in der linken Hand hält er einen Feuerkelch.
Natürlich
fehlt auch der kleine Hund nicht, dem ja symbolisch eine wichtige
Bedeutung zu
kommt. Außerdem sind alle vier Elemente des Tarots in diesem Kartenbild
vertreten: Feuer (Stab, Sonne, das Feuer im Kelch), Wasser (Kelch, Da wäre z.B. der Hierophant. Er ist eine gelungene Mischung hauptsächlich aus Crowley und Waite. Die beiden Mönche des Waite Tarots werden hier nicht in Persona gezeigt, sondern sind nur durch die Rosen und die Lilien präsent, wodurch deren Symbolik betont wird. Die Augen des Hierophanten sind, wie bei Crowley, ohne Augäpfel, also blicklos. Beim Lo-Scarabeo-Hierophanten wirken sie jedoch durch die schwarze Farbe der Augenhöhlen sehr intensiv und betonen seine Blindheit. Gleichzeitig geben sie seinem Gesichtsausdruck etwas unirdisch-geistiges und drücken sowohl Weisheit, als auch Gefahr aus. Die Karte der Liebenden orientiert sich hauptsächlich an Waite. Der Engel trägt jedoch, wie bei Crowley, eine Augenbinde, die hier aber besser in den Blickpunkt gerückt ist, da der Engel, wie bei Waite, groß und in Vorderansicht erscheint. Auch auf dieser Karte sind wieder alle Elemente des Tarots vereinigt, dargestellt durch ihre Elementsymbole. Die gekrönte Frau trägt die weiblichen Symbole Kelch und Pentakel. Der gekrönte Mann trägt die männlichen Symbole Stab und Schwert.
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