Ancient Egyptian Tarot  -  Teil 2
Tarot des Alten Ägypten

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Das Buch erschöpft sich jedoch nicht nur mit den Kartenerklärungen und den üblichen Legesystemen, sondern bietet auch noch einige weitergehenden Informationen. Zwar ist die dargelegte Geschichte der Herkunft des Tarots nicht mehr so ganz auf dem neuesten Stand der Forschung, bietet für den Interessierten aber immer noch genug Informationen. Der Versuch, die Großen Arkana mit dem Verlauf des Osirismythos in Beziehung zu setzen ist zwar recht interessant, jedoch nicht ganz schlüssig und leider etwas konstruiert. Es scheint dem Autor aber hauptsächlich darum zu gehen, ganz allgemein Parallelen zwischen alten Mythen der verschiedensten Kulturen, sowie deren mögliche Beziehung zu den Großen Arkana aufzuzeigen. Ganz von der Hand weisen kann man diesen Ansatz nicht. Schließlich sieht die moderne Psychologie  in den alten Mythen eine Projektion menschlicher Probleme und Erfahrungen auf übermenschliche Wesen, wie z.B. Götter oder auf tatsächlich existierende Menschen, die im Laufe der Zeit zu verherrlichten Helden wurden.  

In einem weiteren Kapitel des Buches wird noch auf die Entwicklung der altägyptischen Religion in der sogenannten ägyptischen Spätzeit und während der Anfangsjahre des sich ausbreitenden Christentums eingegangen. Natürlich sind diese Ausführungen zwar sehr informativ, für ein tieferes Verständnis des Ancient Egyptian Tarots jedoch nicht von grundlegender Bedeutung und werden daher hauptsächlich die Ägypten-Interessierten unter den Tarotisten ansprechen. Allerdings zeigen sie, dass der Autor über einige fundierte Kenntnisse der altägyptischen Religion verfügt, ein Wissen, welches im Zusammenhang mit kulturthematisch basierten Tarots nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Letztendlich ist es aber unerheblich, ob man sich nun für die Geschichte und die Mythologie des Alten Ägypten interessiert oder nicht, denn die Karten bestechen schon allein durch ihre künstlerische Gestaltung und ihre Aussagekraft. Auf der Rückseite der Karten sind übrigens Hieroglyphenreihen zu sehen. Auch die Kartenbilder werden von einem hieroglyphen-beschrifteten Rahmen umgeben. Dabei handelt es sich aber nicht nur um blossen Zierrat, sondern um drei Sprüche aus dem altägyptischen Totenbuch. Der erste ist eine Passage aus dem Eintritt in den Saal der Ma'at. Der zweite gehört zum Wägen des Herzens durch den Gott Thoth und der dritte ist ein Spruch, der den Glauben der Alten Ägypter an das ewige Leben wiederspiegelt. Im Zusammenhang gelesen ergeben die drei Sprüche folgenden Text (Übersetzung aus dem spanischen Text des Buches):

 

"Ich bin bis zu dir gekommen. Ich habe mich genähert, um deine Schönheit zu schauen. Meine Hände sind in Anbetung deines Namens Ma'at (=Wahrheit) erhoben. Ich bin eingedrungen in die Stätte wo es die Zeder nicht gibt, wo die Akazie nicht austreibt und wo die Erde weder Kraut noch Halme hervorbringt. Jetzt befinde ich mich an dem geheimen Ort und spreche mit Seth. Mein Beschützer eilte herbei, sein Gesicht war maskiert und er prüfte die verborgenen Dinge. 

Thoth, der Richter des Gerechten und der Wahrheit aus der Großen Gemeinschaft der Götter, die sich in der Gegenwart des Osiris befinden, sagt: Höre dein Urteil.

Du wirst leben, du wirst nicht sterben."

   

Weitere Kartenbilder sind in der Tarotsammlung zu sehen.

 

Copryright © der Karten und des Buches 1994 Clive Barrett
Copryright © der spanischen Ausgabe 2003 EDAF S.A. mit Genehmigung von HarperCollins Publisher