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Die
künstlerische Gestaltung der Großen Arkana und der Hofkarten ist sehr
ansprechend und in kraftvollen Farben gehalten. Die Bilder zeigen
teilweise
recht lebhafte Szenen und sind reichhaltig in der symbolischen
Darstellung, ohne
überladen zu sein. Im Gegensatz dazu sind die Zahlenkarten der Kleinen
Arkana
eher etwas enttäuschend. Man kann sie zwar nicht als unbebildert
bezeichnen,
doch richtige Bilderszenen sind nur vereinzelt zu sehen. Statt dessen
sieht man
für jedes Element immer dasselbe Thema, bzw. den selben Ort in
verschiedenen
Variationen, bzw. aus verschiedenen Blickwinkeln oder Entfernungen.
Beispielsweise zeigen die Karten der Schwerter einen doppelten
Steinkreis und
eine Feder als Symbol der Luft an der rechten Kartenseite. Das As der
Schwerter
(Abbildung s. Teil 1) zeigt den Steinkreis von Nahem, die Zwei der
Schwerter zeigt den selben
Steinkreis aus etwas größerer Entfernung. Die Drei der Schwerter führt
uns
genau vor den Eingang des Steinkreises, vor dem jetzt ein Skelett
zusehen ist.
Die Vier der Schwerter zeigt uns den Steinkreis von oben, u.s.w.
Natürlich
liegt auch hierin ein gewisser symbolischer Wert. Außerdem sollen die
vier
Elementsymbole der Kleinen Arkana ja auch vier verschiedene Orte
symbolisieren
(s.o.). Etwas einfallslos ist es trotzdem.
Eine
weitere
Besonderheit des Faery Wicca Tarots ist die Sprache. Die
Kartenbezeichnungen der
Großen Arkana sind nämlich nicht nur in englischer, bzw. spanischer
Sprache
aufgedruckt (eine deutsche Ausgabe gibt es bislang nicht), sondern auch
in
irischem Gälisch. Die Elementbezeichnungen der Kleinen Arkana sind
ebenfalls in
Gälisch. Sie lauten Tine (Feuer), Uisce (Kelche), Aer (Luft) und Domhan
(Pentakel). Natürlich tragen auch die Hofkarten, neben den bereits
erwähnten
Namen mythischer Figuren, gälische Bezeichnungen. Hier finden wir
Ainnir
(Mädchen), Ridire (Ritter), Banrion (Königin) und Ard Ri (König).
So
interessant
das mit den gälischen Bezeichnungen ist, der eine oder andere möchte
sie
vielleicht auch einmal aussprechen. Das jedoch kann Probleme bereiten.
Bekanntermaßen unterscheidet sich die Aussprache des Gälischen von
seiner
schriftlichen Darstellung. Das Gälische war schließlich ursprünglich
keine
Sprache für die lateinische Schrift, mit der es heute geschrieben wird.
Manchmal werden Buchstaben im Schriftgälisch sogar nur zur
Verdeutlichung der
Aussprache anderer Buchstaben benutzt und selbst nicht mit
ausgesprochen. Die
Frage ist nur, welche? Die Ausspracheregeln des Gälischen sind recht
kompliziert und es kann eine Weile dauern, bis man sich da hinein
gearbeitet
hat. Es ist aber nur allzu verständlich, wenn man sich, um mit einem
bestimmten
Tarot zu arbeiten, nicht erst in komplizierte Ausspracheregeln einer
alten
Sprache einarbeiten möchte. Daher wäre es eine gute Idee gewesen, die
korrekte
Aussprache doch ganz einfach im Buch in einer Transkribierung
anzugeben. Leider
aber wird mit keinem Wort auf die gälischen Begriffe und ihre
Aussprache
eingegangen, obwohl vermutlich so einige Tarotisten, die gerne mit
diesem Tarot
arbeiten möchten, die erwähnten Schwierigkeiten mit dem Gälischen haben
dürften, selbst im englischen Sprach-
raum. Schließlich sind Gälisch und
Englisch zwei völlig verschiedene Sprachen.
Trotz
der
verschiedenen kleineren Mängel ist das Faery Wicca Tarot, im Großen und
Ganzen
gesehen, ein schönes und interessantes Deck und, wie eingangs schon
gesagt, auf
seine Art einmalig. Außerdem kann es, durch einfaches Weglassen der
zusätzlichen Karten, als ganz normales Tarot verwendet
werden.
In deutscher
Sprache ist das Faery Wicca Tarot bisher nicht erschienen. Es gibt
lediglich
eine englische Ausgabe und seit 2002 auch eine spanische Ausgabe. Die
englische
Ausgabe ist bereits in einer zweiten, verbesserten Auflage erschienen.
Über
Amazon kann man dieses Tarot-Set auch in Deutschland bekommen, jedoch
nur in
englischer Sprache. Die hier gezeigten Karten stammen übrigens aus der
spanischen Ausgabe.
Weitere
Kartenbilder sind in der
Tarotsammlung zu sehen.
Copryright © 1998 der Karten Kisma K.
Stepanich
Erschienen 1998 bei Lewellyn Publications
Copryright © der spanischen Ausgabe 2001 Arkano Books Móstoles/Madrid
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