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Diese
wirklich schönen und ansprechenden Zigeunerkarten sind das Reprint
eines Originals aus dem 19. Jahrhundert. Das Deck besteht nicht, wie
bei den heute gängigen Zigeunerkarten aus 36 Karten, sondern aus
52 Karten. Der Kleidung nach zu urteilen, welche die Mehrheit der
Personen auf den Karten trägt, müßte das Original in etwa im ersten
Drittel der sogenannten Gründerzeit entstanden sein. Allerdings gibt es
auch einige Darstellungen, in denen die Personen Kleidung aus anderen
Epochen tragen. Beispielsweise stammt der Herr, welcher auf der Karte
des Großherrn abgebiltet ist, seiner Kleidung nach zu urteilen aus dem
17. Jahrhundert. Der junge Mann auf der Karte des Feindes ähnelt sehr
einem Musketier und der Troubadour auf der Karte des Liebenden erinnert
stark an das elisabethanische Zeitalter. Bei dem gedankenvollen Herrn
auf der Karte "Gedanke" haben wir es dann mit einem Römer in einer Toga
zu tun und auch auf der Karte "Fröhlichkeit" sind zwei junge Römerinnen
und ein junger Römer beim fröhlichen Tanz zu sehen. Vielleicht
ist es ja gerade dieses Stilgemisch, welches die Karten so anziehend
und charmant macht. Leider schweigt sich das kleine, fünfsprachige
Begleitheftchen über die Bedeutung der Karten völlig aus. Lediglich
über Zigeunerkarten als solche und ein einfaches Legebild erfährt man
etwas. Das ist natürlich absolut dürftig. Gut, es gibt ja das eine oder
andere Buch über Zigeunerkarten im Handel zu kaufen, doch die reichen
nicht für dieses Deck, welches ja aus deutlich mehr Karten besteht,
aus. Zwar sind auf allen Karten Kartentitel aufgedruckt, die man
zumindest bedingt auch als Deutunsgsstichwort auffassen könnte, doch in
Bezug auf die eigentliche Bedeutung der Karten und die verschiedenen
Deutungsebenen bleibt der Benutzer allein auf seine Intuition
angewiesen. Das sollte zwar bei diesen lebendigen Kartendarstellungen
nicht allzu schwierig sein, führt aber dazu, dass diese wunderschönen
Zigeunerkarten für Anfänger nicht so wirklich gut geeignet sind, was
ausgesprochen schade ist.
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